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Schritt für Schritt zur Kurzarbeit

 

  1. Sollten Sie einen Betriebsrat haben, müssen sie diesen einbinden.
  2. Die ausgefüllte und vom Dienstgeber sowie von den betroffenen Dienstnehmern unterfertigte Sozialpartnervereinbarung muss (neues Procedere ab 1.6.2020) zusammen mit dem Kurzarbeitsantrag an das AMS geschickt werden via eAMS-Konto. Dabei ist auch bereits eine Begründung über die wirtschaftlichen Schwierigkeiten anzugeben. Es sollte kurz dargestellt werden, wie der COVID-19-Ausbruch den Betrieb konkret einschränkt. Das AMS leitet dann an die Wirtschaftskammer Österreich und an die Gewerkschaft zur Zustimmung weiter.
  3. Beide Sozialpartner (WKO & ÖGB) müssen der Kurzarbeit im jeweiligen Betrieb zustimmen (Einholung durch AMS).
  4. Nach der Zustimmung der beiden Sozialpartner bearbeitet das AMS den Antrag weiter und genehmigt, sofern keine sonstigen Mängel bestehen. (Gegf. informiert das AMS wegen Nachbesserung des Antrags). Verwenden Sie dazu unseren Corona-Kurzarbeit-Rechner als Hilfe für die Ermittlung der erforderlichen Zahlen.

 

Die Formulare

Alle Formulare und Ausfüllanleitungen (ab 1.6. neue Formulare!)

https://www.ams.at/unternehmen/personalsicherung-und-fruehwarnsystem/kurzarbeit/downloads-kurzarbeit

 

 

Voraussetzungen für die Kurzarbeitshilfe (für das AMS)

 

Bedingungen für die Kurzarbeitshilfe (nach Bewilligung)

 

Verlängerung der Kurzarbeit

Bis 3 Monate

Soll eine bestehende COVID19-Kurzarbeit bis zur maximalen Erstgewährungsdauer von drei Monaten verlängert werden, muss nur ein Änderungsbegehren an das AMS gestellt werden. Eine neue Sozialpartnervereinbarung ist nicht notwendig.

Beispiel: Bislang wurde Kurzarbeit vom 1.4. bis 31.5. vereinbart (= 2 Monate). Für die Verlängerung bis 30.6. ist nur ein Änderungsbegehren an das AMS notwendig.

 

Über 3 Monate und nach dem 1.6.2020

Für Erstanträge und Verlängerungsanträge ab dem 1.6.2020 über die ersten drei Monate hinaus muss die neue Sozialpartnervereinbarung (Version 1.6.2020) – siehe Punkt Formulare weiter oben – verwendet und nochmals abgeschlossen werden. Ebenso muss ein neues Kurzarbeitsbegehren gestellt werden. Immerhin holt nun das AMS die Zustimmung von WKO und Gewerkschaft ein.

 

Auszahlung & Abrechnung

Der Arbeitgeber muss auch während der Kurzarbeit folgende Zahlungen bzw. Abfuhren an Behörden leisten:

Vom AMS erhält der Arbeitgeber danach:

 

FAZIT: Liquidität muss gesichert werden, da Vorschießen notwendig ist.

Da die Auszahlung des AMS an den Arbeitgeber erst im Nachhinein erfolgt (realistischerweise 1-2 Monate nach Auszahlung an Mitarbeiter), müssen die Gehälter und Lohnnebenkosten weiterhin (vor)finanziert werden.

Etwaige Überbrückungskredite dafür sollten aber von Banken bei Vorweis der vom AMS bewilligten Kurzarbeit gewährt werden.

 

 

Kurzarbeit Beispiele

 

Berechnen Sie ihre Personalkosten ganz einfach mit unserem Kurzarbeit-Rechner.

SLT Corona-Kurzarbeit-Rechner

 

Die nachfolgenden Beispiele und Abbildungen stammen von der WKÖ und basieren auf Jahresgesamtkosten (14 Gehälter + Lohnnebenkosten).

 

 

Information vom AMS:

COVID-19 FAQ – Häufig gestellte Fragen:

https://www.ams.at/unternehmen/personalsicherung-und-fruehwarnsystem/kurzarbeit

 

Unterlagen und Links

AMS Dokumente, Formulare, Abrechnungslisten, et cetera:

https://www.ams.at/unternehmen/personalsicherung-und-fruehwarnsystem/kurzarbeit/downloads-kurzarbeit

 

 

Rechtslage – 03.06.2020

Steuern bei entgeltlichen Betriebsübernahmen

(Teil 3 der Serie Betriebsübernahme)

 

In den letzten Ausgaben haben wir bereits aufgezeigt, dass es bei Betriebsübernahmen viele Vorgänge und Ausgestaltungen zu beachten gibt, die alle unterschiedliche Fragen aufwerfen und komplexe steuerlich Folgen nach sich ziehen. Daher können wir hier nur punktuell auf steuerliche Themen hinweisen.

 

Einkommensteuer

Wird ein gesamter Betrieb, ein Teilbetrieb oder auch ein Anteil an einer Personengesellschaft verkauft, ist der Veräußerungsgewinn (bzw. -verlust) zu ermitteln, der der Einkommensteuer unterliegt.

Der Veräußerungsgewinn (bzw. -verlust) hängt – je nachdem was übergeben und was zurückbehalten wird – vom jeweiligen Vertrag ab und wird grundsätzlich wie folgt ermittelt:

 

Veräußerungserlös

– Buchwert des Betriebsvermögens zum Zeitpunkt des Verkaufs (Kapitalkonto)

= Veräußerungsgewinn (bzw. -verlust)

 

Veräußerungskosten wie bspw. Gebühren, Honorare, Provisionen können dabei ebenfalls abgezogen werden.

Unter gewissen Voraussetzungen steht eine der folgenden Steuerbegünstigungen zur Verfügung:

Wird im Zuge des Übergabe-Vorganges Betriebsvermögen vom Übergeber zurückbehalten, führt auch dies bei der Entnahme zur Aufdeckung und Besteuerung der stillen Reserven (Differenz Entnahmewert zu Buchwert).

 

Umsatzsteuer

Bei der Veräußerung muss eine ordnungsgemäße Rechnung samt Umsatzsteuer (10 % bzw. 20 %) ausgestellt werden. Bemessungsgrundlage ist dabei der vereinbarte Kaufpreis, wobei übernommene Schulden nicht abzuziehen sind.

Nur mit ordnungsgemäßer Rechnung ist es dem Übernehmer auch möglich die Umsatzsteuer als Vorsteuer abzuziehen. Diese ist dann zwar ein Durchlaufposten, muss vom Übernehmer aber auch zwischenfinanziert werden.

Tipp: Es besteht jedoch die Möglichkeit beim Finanzamt einen sogenannten Überrechnungsantrag zu stellen, sodass dann das Guthaben aus dem Vorsteuerabzug mit der Umsatzsteuerschuld des Verkäufers gegengerechnet wird. Die Zwischenfinanzierung fällt dadurch weg.

 

Immobilienertragsteuer

Zu beachten gilt auch, dass spezielle Regeln für die Besteuerung beim Verkauf von Immobilien im Betriebsvermögen bestehen, wobei hier zwischen Grund & Boden und Gebäude unterschieden wird. Grundsätzlich beträgt die Immobilienertragsteuer (Immo-ESt) 30 % (Körperschaften unterliegen mit den gesamten Einkünften der 25%igen KöSt – und im Falle einer Ausschüttung zusätzlich noch KESt iHv 27,5%) wobei es unterschiedliche Ermittlungsarten bei Neu- und bei Altvermögen (vor dem 1.4.2002) gibt.

Tipp: Auf Grund der unterschiedlichen steuerlichen Folgen je nach Modell und Vorgang, ist die passende steuerliche Ausgestaltung des Übergabe-Prozesses das „Salz in der Suppe“. Bspw. kann das Verschieben des Übergabe-Stichtages ebenso steuerliche Vorteile bringen, wie eine Änderung der Rechtsform vor oder nach dem Kauf – aber Achtung, das ist sehr heikel, denn die Finanz kann dabei Missbrauch unterstellen! Der Übergabe-Prozess muss daher ausgeklügelt und gut vorbereitet sein!

Bedenken Sie auch, dass die steuerlichen Interessen des Übergebers immer andere sind, als die des Übernehmers.

 

 

Sie haben Fragen? Zögern Sie nicht uns anzurufen oder das kostenlose Erstgespräch zu nutzen. Wir freuen uns darauf!

Die Betriebsübernahme im Familienverband

(Teil 2 der Serie Betriebsübernahme)

 

Nachdem wir uns im Einleitungsartikel mit dem Thema der entgeltlichen Betriebsübernahme beschäftigt haben, widmen wir uns in diesem 2. Teil der unentgeltlichen Übernahme im Familienverband.

 

Unentgeltliche Betriebsübernahme

Eine unentgeltliche Betriebsübernahme liegt generell dann vor, wenn ein Unternehmen geschenkt, vererbt oder gegen eine geringe Gegenleistung übergeben wird (Gemischte Schenkung).

Dabei wird der Betrieb zu einem bestimmten Zeitpunkt vom Unternehmensübergeber an den -übernehmer übertragen. Besonders häufig geschehen Schenkungen innerfamiliär.

Aber Achtung: Durch Schenkungen darf weder der Erbteil noch der Pflichtteil der Berechtigten geschmälert werden. Das heißt, die Schenkung des Betriebes ist beim Erbgang wieder hinzuzurechnen und die Erbmasse neu zu berechnen. Stichwort: Pflichtteilsergänzungsanspruch. Das klingt kompliziert, ist aber noch komplizierter, weil Bewertungsfragen hineinspielen – Was ist der Betrieb denn wert? Selbst zum Zeitpunkt X wird es unterschiedliche Meinungen geben, aber Jahre später jedenfalls. Neben Zank und Hader kostet das alles noch dazu unnötig Geld.

Wichtig ist also, dass der Übergeber eine Bestandsaufnahme macht und sein Vermögen so gut wie möglich und gerecht aufteilt. Die zivilrechtliche Gestaltung (Schenkung, Erbschaft) und die steuerliche Folgen kommen erst in zweiter Reihe. Wenn zu Lebzeiten Einvernehmen zwischen den Beteiligten hergestellt werden kann, ist das ideal. Jedenfalls sollte alles getan werden, dass Streit vermieden und so klein wie möglich gehalten wird. Dazu braucht es aber auch rechtliche Beratung.

 

Die Schenkung an sich ist nur „am Rande“ ein steuerliches Thema, da es die Schenkungssteuer seit dem 01.08.2008 nicht mehr gibt. Jedoch fällt bspw.  Grunderwerbssteuer bei der innerfamiliären Betriebsübernahme an, wenn zum Vermögen einer Gesellschaft ein Grundstück gehört und mindestens 95% aller Anteile am Gesellschaftsvermögen oder der Gesellschaft in einer Hand alleine oder in einer Unternehmensgruppe vereinigt werden. Details dazu folgen noch im 4. Teil dieser Artikelserie.

 

Buchhalterisch und einkommensteuerlich ist jedenfalls darauf zu achten, dass zwingend Buchwertfortführung besteht. Das bedeutet, dass die Wirtschaftsgüter nicht mit dem Verkehrswert (Gemeiner Wert), sondern mit dem Buchwert des Rechtsvorgängers fortgeführt werden müssen und die bisherige „Abschreibung“ (AfA Absetzung für Abnutzung) weitergeführt wird.

Voraussetzung für die sogenannte Buchwertfortführung ist die Übernahme des gesamten Betriebes bzw. der wesentlichen Teile. Ansonsten geht die Finanz von einer Betriebsaufgabe und der Realisation und der Versteuerung der stillen Reserven (bspw. im Grundvermögen) aus – was jedenfalls zu vermeiden ist. Allerdings gehen nicht alle steuerlichen Grundlagen über. Der Verlustvortrag bleibt beim Geschenkgeber (anders so bei der Erbschaft, da geht der Verlustvortrag bei der Gesamtrechtsnachfolge über).

 

 

Alleine aus den oben beschriebenen Themen, ergibt sich die Komplexität der ganzen Sache. Selbstredend kann unser jeweiliger Beitrag nur beispielhaft sein und einen Gedankenanstoß geben. Wie beim Wirtschaften generell, ist Planung und Organisation, Gestaltung und Durchsetzung Mittel zum Zweck. Gerade bei der Weitergabe und Sicherung des Lebenswerkes sollte, auch wenn es ein unangenehmes Thema ist, nicht weggeschaut werden und das ganze rechtzeitig angegangen werden ­- mit dem Steuerberater, der das Unternehmen gut kennt, unter Einbeziehung der jeweiligen rechtsberatenden Berufe.

 

Tipp: Machen Sie eine Liste, Ihres Vermögens und  der Teile. Bewerten Sie und überlegen  Sie ob Vermögen vererbt, im Testament jemanden zugesprochen wird (Legat) oder Teile davon zu Lebzeiten verschenkt werden. Sie sollten immer so gut es geht wissen, was Ihre Vermögensgüter wert sind und hinsichtlich der steuerlichen und rechtlichen Folgen alles abgesichert haben.

 

Der nächste Artikel dieser Serie widmet sich dem Thema „Steuern bei Betriebsübernahmen“.

Betriebsübernahme als Interessensausgleich

(Teil 1 der Serie Betriebsübernahme)

 

Wir beschäftigen uns seit geraumer Zeit mit dem Thema Betriebsübergabe und –übernahme. Steuerliche Themen sind wichtig, ohne Zweifel, aber bei komplexen Aufgabenstellungen nicht unbedingt dominierend, weil das zivilrechtliche Gelingen sicher das Wichtigste ist.

 

Wir werden Ihnen in dieser und in den Folgeausgaben Informationen, Tipps und Praxisbeispiele zu dem komplexen Thema „Betriebsübernahme“ bereitstellen und dabei insbesondere auf die innerfamiliäre Übernahme eingehen.

 

Ein Begriff, der sowohl im Steuerrecht als auch im Zivilrecht von Bedeutung ist, ist der Fremdvergleich. Daher wird in der ersten Ausgabe das Wesentliche zur Betriebsübernahme unter Fremden dargestellt. Denken Sie daran, dass eine erbrechtliche Gestaltung von der Akzeptanz der involvierten Familienmitglieder abhängt. Da ist der Fremdvergleich sicher hilfreich, vom emotionalen Umfeld und den speziellen Familiengeschichten einmal abgesehen.

 

Betriebsübernahme unter Fremden

 

Die Übernahme eines Betriebes ist für alle Beteiligten kein einfacher Schritt. Es ist daher unbedingt notwendig, langfristig zu planen und die Übernahme detailliert vorzubereiten. Oft scheitern Betriebsübernahmen daran, dass sich die Beteiligten zu wenig Informationen zu rechtlichen, organisatorischen oder steuerlichen Aspekten angeeignet haben.

Eine Betriebsübernahme muss immer von 2 Seiten – von der des Übernehmers und der des Übergebers – gesehen werden.

 

Für den Übergeber ist es dabei immer ein Blick in die Vergangenheit, vielleicht sogar auf sein Lebenswerk. Daraus folgt eine Bewertung, die kaum gänzlich ohne Emotion gelingen wird.

Beim Übernehmer ist hingegen der Blick in die Zukunft erforderlich. Es darf nicht außer Acht gelassen werden, dass sich eine Übernahme für den Nachfolger auch tatsächlich lohnen muss – sich nur „Arbeit zu kaufen“ ist für den Übernehmer sicherlich zu wenig.

 

Die wohl gebräuchlichste Form der entgeltlichen Übernahme ist der Kauf. Dabei wird das Unternehmen je nach Vertrag im Ganzen oder Teile davon  zu einem vertraglich fixierten Zeitpunkt und bestimmten Kaufpreis übertragen, sodass es dem Übernehmer ermöglicht wird, den Betrieb fortzuführen. Die Bezahlung erfolgt entweder durch Einmalzahlung oder Ratenzahlung. Denken Sie daran, dass die Steuerzahlung durch die ersten Raten gedeckt ist. Anstelle des klassischen Kaufvertrages kann auch ein Rentengeschäft abgeschlossen werden. Hier ist der Effekt des Glücksvertrags für den einen oder anderen als Unsicherheitsfaktor nicht wegzudenken (Stichwort Lebenserwartung).

 

Für beide Seiten entscheidend ist der finanzielle Aspekt. Dieser sollte trotz des großen Unsicherheitsfaktors „Zukunft“ entsprechend abgesichert geklärt werden.

Bei der Kaufpreisfindung gehen daher beide Parteien idealtypisch von den Entnahmemöglichkeiten aus den zu erzielenden Ergebnissen aus. Der Abgeber wird das an Geld erhalten wollen, was er an Vermögen geschaffen hat (Firmenwert etc.) oder das was ihm ohne eigene Arbeitsleistung zusteht. Der Übernehmer wird für seine Investition eine angemessene Rendite (Gewinn ohne eigene Arbeitsleistung) erhalten wollen. Das zu treffen, ist oft nicht sehr leicht. Instrument dazu ist die Unternehmensbewertung, die wiederum von sehr vielen Prämissen und Annahmen abhängt. Die Kunst ist den Punkt unter Einschätzung der Zukunft (Überschüsse) zu treffen, der für beide tragbar und machbar ist.

 

Die Grundlagen der Bewertung sollten stichhaltig und plausibel sein und einer Prüfung nach dem „Prinzip des gesunden Hausverstandes“ standhalten: „Kann das sein?“. Auch die Rechtsform ist ein wichtiger Fakt.

 

Für den Übernehmer stellt sich hingegen die Frage nach der Finanzierung.

 

Im nächsten Beitrag widmen wir uns dem Thema „unentgeltliche innerfamiliäre Übernahme“ im Detail.

 

Sie haben Fragen? Zögern Sie nicht uns anzurufen oder das kostenlose Erstgespräch zu nutzen. Wir freuen uns darauf!

Sponsoring im Sportverein

Sponsoring ist eine wesentliche Einnahmequelle für gemeinnützige Sportvereine. Aber was ist genau „Sponsoring“ und wie werden Sponsorgelder steuerlich behandelt?

 

Sponsoring“ ist die Bereitstellung von Geld- oder Sachmitteln, zumeist durch ein Unternehmen, welches dafür eine „Öffentlichkeitswirksamkeit“ und einen gewissen Werbeeffekt erwartet.

 

Davon zu unterscheiden sind Spenden und das Mäzenatentum, die als freiwillige Zuwendungen ohne erwartenden Nutzen erbracht werden.

 

Sponsoring aus der Sicht des Sponsors:

Sponsor-Zahlungen sind dann Betriebsausgaben, wenn sie auf wirtschaftlicher Grundlage beruhen und dem erhaltenen Werbeeffekt entsprechen. Dazu muss sich der Gesponserte als Werbeträger eignen. Anhand eines objektiven Fremdvergleichs ist sicher zu stellen, dass ein angemessenes Verhältnis zwischen der Sponsor-Zahlung und dem entsprechenden Werbeeffekt besteht.

 

SLT Tipp: Da eine Messbarkeit des Werbeeffekts im Einzelfall schwierig sein kann, empfiehlt sich eine genaue Dokumentation der Werbeeffekt muss aus einer ex-ante Sicht plausibel sein. Handelt es sich bspw. um einen kleinen Verein, mit geringer Bekanntheit, wird der erwartbare Effekt demnach auch kleiner sein.

 

Sponsoring aus der Sicht des Vereins:

Die Einnahmen aus dem Sponsoring zählen zu dem Betrieb, für den sie gegeben werden. In aller Regel zum Sportbetrieb – aber Achtung!

Sie sollten daher jedenfalls einen Sponsorvertrag abschließen, in dem alles genau aufgelistet (Bspw. Homepage-Eintrag, Dressen-Aufdruck, Banner am Sportplatz etc) und der Parteiwille klar definiert ist. Das ist ebenso für die Absetzbarkeit beim Sponsor wichtig. Zudem sollte vorab in den Vereinsstatuten die Einnahmequelle „Sponsoring“ festgeschrieben sein.

 

Überblick:

  Spender Mäzen Sponsor
Motiv „uneigennützig“ „uneigennützig“ „eigennützig“
Erwartender Nutzen Nein Nein Erforderlich
Vertrag Nein (bzw. Bescheinigung) Nein Ja
Steuerlich absetzbar u.U. als Betriebsvermögen bzw. als Sonderausgabe Nein;
private Ausgabe
Bei Fremdvergleich als Betriebsausgabe

 

 

Werbeabgabe

Grundsätzlich unterliegen auch Vereine der Werbeabgabepflicht, bei:

Keine Werbeabgabepflicht besteht z.B. bei Sach- oder Dienstleistungssponsoring und Werbung im Internet, Lautsprecherdurchsagen, Fototermine etc.

 

SLT Tipp: Wird ein gemeinnütziger Sportverein gesponsert, dann empfiehlt sich die Vereinbarung eines „Sponsorpakets“, in dem sowohl werbeabgabepflichtige wie nicht-werbeabgabepflichtige Leistungen enthalten sind. Die Vereinsrichtlinien 2001 (Rz 760) legen dazu fest: „Typisch steuerpflichtige Leistungen wie Dressen- oder Bandenwerbung sind nicht steuerpflichtig, wenn sie in Form einer Paketlösung erbracht werden.“ Das gesamte Paket ist dann von der Werbeabgabe befreit. Schließen Sie unbedingt einen Vertrag, mit den Details zum werblich verwertbaren Umfang, ab. Und passen Sie auf die Begrifflichkeiten auf, damit der Inhalt nicht anders ausgelegt wird, als gemeint war!

 

Weitere Tipps und Informationen finden Sie auf www.sport-steuer.at.

Seminar Zahlungsunfähigkeit 7. September 2020

Überblick über alle Seminare von Prof. Siart 2020 auf www.diegutachter.at

 

Zahlungsunfähigkeit nach dem neuen Fachgutachten KFS/BW 7

In der Praxis aus Sicht des Wirtschaftsprüfers und Sachverständigen

7. September 2020, 13:00 bis 17:00 Uhr, Wien

 

AUS DEM INHALT

 

REFERENT

WP/StB Prof. Mag. Rudolf Siart, SLT Siart Lipkovich + Team GmbH &
Co KG, Prof. Siart Gutachten GmbH

 

Detailliertes Programm und Anmeldung

 

Online-Anmeldung auf der Website von ARS.

Zukunftsplanung mit Hilfe von Jahresabschluss oder Saldenliste

Im Beitrag “Die Bilanz ist Geschichte – stimmt das wirklich?” haben wir uns mit dem Jahresabschluss als Informations- und Analyseinstrument beschäftigt und sind dabei insbesondere auf das Working Capital im kurzfristigen Bereich eingegangen. Bei dieser Stichtagsgröße beziehen Sie in einer Rechenvariante (sonst ja das ganze Umlaufvermögen) die liquiden Mittel sowie die in den folgenden 3 Monate realisierbaren Mittel abzüglich der in diesem Zeitraum zu bedienenden Verpflichtungen mit ein.

Aber nicht nur der Jahresabschluss kann dabei als Informationsquelle dienen, sondern auch die Saldenliste – aber Vorsicht, die Unterschiede je nach Fertigungsgrad der Buchhaltung und Branche sind dabei zu beachten.

 

Zukunftsplanung:

Idealtypisch plant jedes Unternehmen für die kommenden Perioden. Die Planung kann dabei, wenn überschaubar, im Kopf stattfinden und beantwortet Fragen wie: „Was kommt demnächst rein?“, „Was muss ich in nächster Zeit zahlen?“, „Geht sich alles aus?“.

Auch wenn nicht in jedem Unternehmen ein umfassender Finanzplan notwendig ist, ist eine Planungsrechnung grundsätzlich immer sinnvoll! Details zum Finanzplan finden Sie etwa in dieser Finanzplan-Erklärung.

 

Wenn Sie nun wissen möchten, ob ein positives Working Capital – wie im letzten Artikel ermittelt – in Zukunft bestehen bleibt, oder ein negatives Working Capital beseitigt werden kann, benötigen Sie zudem die Planungs-Cash Flow Rechnung.

 

Der Cash-Flow wird ganz allgemein ermittelt, indem der Jahresgewinn/-verlust der G&V um die unbaren Vorgänge korrigiert wird (= sog. indirekte Methode). Beispielsweise wird dafür die Abschreibung wieder hinzugerechnet, da es sich dabei im Betrachtungsjahr um keinen Zahlungsmittelstrom handelt – d.h. es ist kein Geld geflossen, da die Abschreibung lediglich die buchhalterische Erfassung von Wertminderungen ist.

Der Cash Flow zeigt was an Überschüssen erwirtschaftet bzw. was abgeflossen ist – cash-mäßig.

Aber wie erhalten Sie nun den Planungs-Cash Flow für die nächsten 3 Monate?

 

Bei fehlender Planungsrechnung bzw. fehlendem Finanzplan kann der Planungs-Cash-Flow aus der Vergangenheit abgeleitet werden (Näherungsrechnung). Voraussetzung dafür ist, dass die Cash Flows der jüngsten Vergangenheit um allfällige Einmaleffekte, deren Eintritt für die Zukunft ausgeschlossen werden kann, bereinigt werden und diese bereinigten Cash Flows auch weiterhin erzielt werden können. Dabei muss der Planungs-Cash Flow das gesamte Zu- und Abflusspotential einer Periode aufzeigen und es dürfen keine Mittel aus dem Abbau von Forderungen, Vorräte, Halbfertige und auch nicht für den Abbau von Verbindlichkeiten einbezogen werden. Diese sind ja bereits im Working Capital im kurzfristigen Bereich berücksichtigt und werden ansonsten doppelt herangezogen.

 

Haben Sie z.B. ein negatives Working Capital im kurzfristigen Bereich iHv. € -100.000,- ermittelt, können Sie mit Hilfe des (aus der Vergangenheit abgeleiteten) Planungs-Cash Flow die Information erhalten, ob das negative Working Capital in diesem Zeitraum beseitigt werden kann.

Ihr bereinigter Jahres Planungs-Cash Flow beträgt bspw. € 504.000,-, wodurch sich ein Planungs-Cash Flow iHv € 42.000,- pro Monat ergibt: 504.000 / 12 Monate.

Möchten Sie nun ermitteln wie lange es braucht, um mit dem positiven Monats-Planungs-Cash Flow iHv € +42.000,- das negative Working Capital im kurzfristigen Bereich (3 Monate) iHv. € -100.000,- zu beseitigen, dividieren Sie -100.000/42.000.

Dadurch sehen Sie, dass Sie nach rd. 2,4 Monaten das negative Working Capital durch den positiven Cash Flow beseitigen können.

Sie können in diesem Zeitraum somit alle fälligen Schulden begleichen! Aber Achtung – Sehen Sie dies eher vorsichtig und halten Sie Alternativen parat.

 

Sie haben Fragen dazu? Zögern Sie nicht uns anzurufen oder das kostenlose Erstgespräch zu nutzen. Wir freuen uns darauf!

Auftraggeberhaftung bei Bauleistungen

Um den Sozialversicherungsbetrug in der Baubranche zu reduzieren, gibt es die sog. „Haftung bei Beauftragung zur Erbringung von Bauleistungen“, kurz Auftraggeberhaftung. Dieses Gesetz bezieht sich ausschließlich auf (Bau-)Unternehmen, die Aufträge weitergeben. Privatpersonen und andere Unternehmen, die einen Auftrag erteilen, sind nicht betroffen. Hierbei geht es ausschließlich um das Verhältnis General- zu Subunternehmer(n).

 

Beispiel: Die Bäckerei Huber möchte eine neue Filiale eröffnen und beauftragt den Baukonzern A („Generalunternehmer“) mit deren Errichtung. Baukonzern A wiederum zieht – als Auftraggeber – Spengler B, Dachdecker C und Fliesenleger D als Subunternehmer heran. Die Auftraggeberhaftung trifft in diesem Fall ausschließlich A!

 

Die Regelung im Detail: Der Auftraggeber eines Bauunternehmens haftet mit bis zu 25 % des geleisteten Werklohns (20 % Sozialversicherungsbeiträge und 5 % Lohnabgaben) für alle Beiträge und Umlagen, die von dem Bau(Sub-)unternehmer an die Sozialversicherung bzw. das Finanzamt abzuliefern sind.

Zahlt letzterer die Sozialabgaben nicht und lassen sich diese auch nicht eintreiben, kommt der Generalunternehmer ohne zeitliche Beschränkung zum Handkuss.

Dessen Pflicht ist es auch, die Krankenversicherungsträger auf dessen Anfrage innerhalb von 14 Tagen über den von ihm beauftragten Bauunternehmer zu informieren. Geschieht dies nicht, haftet er auch für nicht bezahlte Sozialabgaben der von seinem Geschäftspartner beauftragten Subunternehmen.

Die Haftung tritt in Kraft, sobald die Gegenleistung des Auftraggebers – Zahlung des Entgelts oder Aufrechnung anderer Leistungen – erbracht wird.

 

Folgende zwei Varianten stehen als Ausweg zur Verfügung:

Variante 1

Ihr Auftragnehmer steht auf der HFU-Gesamtliste, auf der sämtliche haftungsfreigestellte Unternehmen zu finden sind. Wird eines dieser Unternehmen beauftragt, entfällt die Haftungsverpflichtung.

Ein Bauunternehmer auf der HFU Liste zeichnet sich durch hohe Vertrauenswürdigkeit aus; verwaltungs- oder strafrechtliche Verstöße sind einer Aufnahme daher abträglich. Weiters muss das Unternehmen seit mindestens 3 Jahren Bauleistungen nach § 19 Abs 1a UStG erbringen und sämtliche Beiträge bis zum zweitvorangegangenen Monat bezahlt haben. Rückstände bis zu 10% der Beitragsschuld der Vorperiode sind allerdings als Toleranzgrenze zulässig.

Treffen Voraussetzungen nicht zu, wird das Unternehmen nicht in die HFU-Liste aufgenommen bzw. gegebenenfalls, wieder gestrichen.

 

Variante 2

Ausweg Nummer zwei ist die Überweisung des Haftungsbetrages iHv 25% des Werklohnes (20% Sozialversicherungsbeiträge und 5% Lohnabgaben) an das Dienstleistungszentrum der Gebietskrankenkasse und nicht an den Auftragnehmer. Das Dienstleistungszentrum leitet die schuldbefreiend wirkende Zahlung an den jeweils zuständigen Krankenversicherungsträger und das zuständige Finanzamt weiter. Um stets auf dem aktuellen Stand zu sein, kann dieses Konto online kostenlos eingesehen werden.

 

 

Für den Auftragnehmer: Beachten Sie, dass die Überweisung des Haftungsbetrages iHv 25% des Werklohnes durch den Auftraggeber einen Finanzierungsaufwand bedeuten, der mitberücksichtigt werden muss. Sie bekommen dadurch nur 75% der ausgestellten Rechnung! Allfällige Guthaben bei der Sozialversicherungsanstalt und dem Finanzamt, können Sie sich auch erst in weiterer Folge auszahlen lassen.

 

Achtung: Die Haftung bleibt auch bei Umgehungsgeschäften, bspw. durch einfaches „Zwischenschalten“ eines weiteren Unternehmens, aufrecht. Dies ruft eher die Sozialversicherungen auf den Plan, genauer nachzuforschen. Zudem unterliegen Auftraggeber und Bauunternehmer der Auskunfts- und Einsichtspflicht.

 

Für den Auftraggeber: Kostenlose Einsichtnahme in die tagesaktuelle HFU-Liste ist beim Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger unter www.sozialversicherung.at/agh möglich.

 

SLT Tipp: Unternehmen, die Bauleistungen weitergeben, sollten stets einen Blick auf die HFU-Gesamtliste werfen. Doch auch für andere bietet sich dieses Service an, um die Verlässlichkeit des Vertragspartners zu prüfen: Wer auf der HFU-Gesamtliste steht, hat zumindest bei der Krankenkasse eine weiße Weste.

 

Sie haben Fragen? Zögern Sie nicht uns anzurufen oder das kostenlose Erstgespräch zu nutzen. Wir freuen uns darauf!

 

Stand: 07.02.2020; Haftung ausgeschlossen.

Die Bilanz ist Geschichte – stimmt das wirklich?

Im Beitrag Jahresabschluss einfach erklärt haben wir uns dem Thema „Jahresabschluss“ gewidmet und wie die Informationen dabei zusammenlaufen. Nun werden wir vertiefend auf das Informations- und Analyseinstrument Jahresabschluss eingehen und beschreiben, wie Sie aus diesem Aufschluss über die wirtschaftliche Lage Ihres Unternehmens erhalten und zugleich Zukunftsfragen beantworten können.

Der Jahresabschluss ist ein Abbild der Vergangenheit zu einem Stichtag, wenn dieser aber zeitnah erstellt wird und der Bilanzstichtag nicht allzu weit zurück liegt, können Sie diesen, mit Hilfe von Kennzahlen, als Informations- und Analyseinstrument nutzen.

Wie bereits im letzten Beitrag angeführt, sehen wir in der Bilanz die Vermögenslage – alle Bestände an Vermögen und Schulden und als Differenz davon das Eigenkapital – zu einem bestimmten Stichtag – sowie die Finanzlage durch Berücksichtigung der Fristigkeiten.

 

 

Damit wird klar, welche Information hierbei Zukunftscharakter besitzt: Die Fristigkeit – somit die Zeitdauer der Überlassung bzw. Bindung finanzieller Mittel. Aber was bedeutet das genau und wie hilft Ihnen das weiter?

Entscheidend für ein Unternehmen ist immer, wann ein Vermögensgegenstand (bspw. Lagerware oder Forderung) zu Geld wird. Geld, das dann verwendet werden kann um ausgewiesene Verpflichtungen (= Verbindlichkeiten) zu erfüllen. Es werden daher die Fragen beantwortet: „Wann kommt Geld rein?“ und „Wann muss gezahlt werden?“ (Können Sie übrigens auch schon aus der Buchhaltung ablesen).

Idealerweise ist dieses System von den Fristigkeiten der Forderungen und Verbindlichkeiten her ausgewogen, das heißt, Kunden zahlen so, dass rechtzeitig Lieferanten bezahlt werden können. Ist es das nicht, fangen mögliche Schwierigkeiten an.

 

Damit Ihr Unternehmen nicht in Zahlungsschwierigkeiten kommt bzw. diese rechtzeitig erkannt werden, wird das „Working Capital“ für den kurzfristigen Bereich berechnet. Dabei werden kurzfristig zu realisierenden Vermögenswerte (Kassa, Bank, Forderungen, Vorräte,…) den kurzfristigen Verbindlichkeiten bzw. Schulden, welche bspw. innerhalb der nächsten 3 Monate fällig bzw. zu zahlen – sind, gegenüberstellt:

 

 

Es stellt daher ein Alarmzeichen dar, wenn das Working Capital weniger oder gar negativ wird.

Schauen wir uns das mal in der Praxis an. Die Bilanz der „Testbetrieb GmbH“ schaut zum 31.12.2018 bspw. wie folgt aus:

 

 

Aus der Bilanz stellen wir die Daten wie folgt zusammen:

 

 

Das Working Capital gibt somit zu einem Stichtag Auskunft, ob die finanziellen Mittel ausreichen und rechtzeitig in Ihrem Unternehmen vorhanden sind, um die kurzfristigen Schulden zu begleichen.

Wenn Sie lediglich die vorhandenen flüssigen Mittel heranziehen (Kassa, Bank) und es sich damit nicht ausgeht, machen Sie sich keine Sorgen – die sogenannte „Barliquidität“ bzw. Liquidität 1. Grades geht sich selten aus.

 

Im vorliegenden Bsp. ist das Working Capital iHv von EUR 50.000,- positiv – das Unternehmen kann somit zum Stichtag mit dem kurzfristig realisierbaren Vermögen die kurzfristig zur Zahlung anstehenden Verbindlichkeiten begleichen.

Das Working Capital ist jedoch nur einer von zwei Teilen, der hierbei für die Zukunftsplanung eine Rolle spielt. Zusätzlich kommt es auch noch auf den erwarteten „Cash Flow“ – die tatsächlichen Geldzuflüsse aus der Unternehmertätigkeit an. Am Planungs-Cash Flow – der Kapitalflussrechnung, erhalten Sie somit die Information, ob bspw. ein allfällig negatives Working Capital in Zukunft beseitigt werden kann und welche Planungsschlüsse Sie daraus ziehen können. Diesem Thema widmen wir uns in einem der nächsten Beiträge!

Rohaufschlagsrechnung in der Gastronomie

Das wohl wichtigste betriebswirtschaftliche Konzept in der Gastronomie ist die Deckungsbeitragsrechnung bzw. die Rohaufschlagsrechnung. Ziel dabei ist, dass die von Ihnen insgesamt erzielten Rohaufschläge so groß sind, dass damit Ihre fixen Kosten und der Gewinn abgedeckt werden können.

 

SLT-Tipp: Rechnen Sie mit unserem Online Rohaufschlagsrechner .

 

Ein Rohaufschlag gibt an, um wie viel der (netto) Verkaufspreis einer Sparte (z.B. Bier, Wein, Kaffee etc.) den Einkaufspreis (netto, abzüglich Vorsteuer) für dieses Produkt übersteigt. In anderen Worten, wieviel Ihr Nettoverkaufspreis über dem Einkaufspreis liegt.

In der Praxis wird der Rohaufschlag zumeist von der Sicht des Marktes her betrachtet. Dabei wird von den erreichbaren Nettoverkaufspreisen der Einkaufspreis abgezogen, um die Rohaufschläge einzelner Produkte und Sparten zu ermitteln.

 

Der absolute Rohaufschlag berechnet sich wie folgt:

 

 

Der Rohaufschlag von Bier iHv EUR 3,30 zeigt Ihnen, dass die fixen Kosten des Unternehmens iHv EUR 3,30 pro verkaufter Einheit abgedeckt werden können und das Betriebsergebnis wird durch die Summe aller zusätzlich erzielten Deckungsbeiträge verbessert.

Unter fixen Kosten versteht man jene Ausgaben, die einem Gastronomen in jedem Fall erwachsen – unabhängig davon, ob ein Gastlokal brechend voll, beinahe leer, oder gar zugesperrt ist. Dabei wird weiters unterschieden, ob fixe Kosten nur eine bestimmte Produktgruppe, Leistungsgruppe oder Sparte betreffen (= spartenfixe Kosten), oder den gesamten Gastronomiebetrieb (= unternehmensfixe Kosten).

 

Ein weiterer Zugang, vor allem der der Finanz, um noch aussagekräftigere Informationen gewinnen zu können, ist die Ermittlung des  Rohaufschlags in Prozent:

 

 

Der Rohaufschlag für die Sparte Bier ist in diesem Beispiel 275 %. Aber verwechseln Sie das nicht mit Gewinn, denn von diesem Betrag müssen erst noch die fixen Kosten beglichen werden!

 

SLT-Tipp: Prozentuelle Rohaufschläge haben den Vorteil, dass Sparten punkto Rentabilität miteinander verglichen werden können. Diese zeigen Ihnen dabei, ob ein Produkt profitabel ist oder besser eher reduziert angeboten werden sollte. Das Wissen um die erzielbaren Rohaufschläge hilft bei der Optimierung der der Produkt- und Verkaufspolitik.

 

Die Höhe der Rohaufschläge je Produktsparte ist selbstverständlich nicht vorgegeben und die tatsächlich erzielten Rohaufschläge sind in der Praxis schwer zu ermitteln, denn sie verändern sich laufend durch unterschiedliche Einkaufsmöglichkeiten sowie Preis- und Produktgestaltung. Während sich die Verkaufspreise leicht zu dokumentieren eignen, sind die Einkaufspreise wegen Einkaufsaktionen und Preisschwankungen besonders schwer festzuhalten. So bilden sich über die Jahre weg Mischsätze, die sich dem wahren Rohaufschlagsätzen nur annähern können. Zusätzlich ist eine präzise Lagerbuchführung und Warenwirtschaft in den meisten Fällen schier unmöglich. Daher kommt es auf die Plausibilisierung an!

Alles rund um die Plausibilisierung und Verprobung erfahren Sie im nächsten Artikel.

 

Wir haben zur Unterstützung einen Online Rohaufschlagsrechner erstellt mit dem ganz schnell und einfach kalkuliert werden kann.

Jahresabschluss einfach erklärt

Dieser Beitrag widmet sich dem Thema Jahresabschluss und der Frage, wie die Informationen beim Jahresabschluss zusammenlaufen.

Der Abschluss eines Geschäftsjahres wird bekanntlich im Jahresabschluss dokumentiert – häufig, aber nicht zwingend zum 31.12. – und soll gemäß Unternehmensgesetzbuch, ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Ertragslage (bei Kapitalgesellschaften auch der Finanzlage) abbilden.
Die Vermögenslage sehen wir in der Bilanz, die Ertragslage in der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV), die Finanzlage durch Berücksichtigung der Fristigkeiten (Fälligkeiten) ebenso in der Bilanz.
Der Jahresabschluss stellt demnach eine Zusammenfassung aller Kontenstände (Vermögen, Schulden, Erträge, Aufwendungen) eines Jahres zum entsprechenden Stichtag dar – bzw. die Übersicht sämtlicher Konten in Saldoform.

 

Bilanz

In  der Bilanz werden alle Bestände an Vermögen und Schulden zum Stichtag erfasst.

Auf der linken Seite der Bilanzdarstellung finden Sie die Investitionen, die Vermögenswerte (Aktiva – Anlagevermögen, Kassa, Bankguthaben, Vorräte, Forderungen etc.).

Sie beantwortet somit die Frage: „Wie (in welcher Form) sind die Mittel im Unternehmen gebunden (investiert)?“

Auf der rechten Seite finden Sie die Finanzierung (Passiva) – das Eigenkapital und das Fremdkapital (Bspw. Bankkredite, Lieferantenkredite, Rückstellungen etc.).

Sie beantwortet die Frage: „Woher stammen die finanziellen Mittel?“

 

Zusammengefasst somit: Was habe ich investiert und wie habe ich das finanziert (eigen bzw. fremd)?

 

 

Gewinn- und Verlustrechnung

In der GuV sehen Sie die Salden der Erfolgskonten (= Aufwands– und Ertragskonten), die im Ergebnis – Gewinn oder Verlust – das Eigenkapital verändern. Sie sehen daher was sich innerhalb eines Zeitraumes (Geschäftsjahres) aus dem betrieblichen Produktions- und Leistungsprozess heraus, getan hat.

 

Die GuV beantwortet daher die Frage “Warum bin ich ärmer oder reicher geworden?”.

 

Wenn wir beispielsweise von einem Auftrag ausgehen, werden in der GuV u.a. folgende Positionen dargestellt:

Die Begriffe Mittelherkunft und Mittelverwendung können ebenfalls im Zusammenhang mit der Gewinn- und VerIustrechnung verwendet werden: Investieren können wir bspw. in Mitarbeiterschulung, in Werbeaktionen, etc (= Mittelverwendung). Die Umsatzerlöse finanzieren uns – sie bringen Mittel auf (= Mittelherkunft).

 

 

 

Informationssystem Jahresabschluss

Das Informationssystem Jahresabschluss stellt somit eine Übersicht des vergangenen Geschäftsjahres zu einem Stichtag dar.

Damit bildet der Jahresabschluss die Hauptquelle der Informationen, um Aufschluss über die wirtschaftliche Lage eines Unternehmens zu erhalten. Zudem kann dieser als Analyseinstrument eingesetzt werden und mit Hilfe von Kennzahlen (bspw. zum Erfolg, zur Liquidität, zum Kapital, etc.) können dabei die wesentlichen Aussagen zusammengefasst und analysiert werden. Dadurch ist es einerseits möglich ein Abbild der Vergangenheit darzustellen und andererseits Zukunftsfragen zu beantworten (bspw. was an Geld aus Forderungseingängen wann zur Verfügung stehen wird).

 

Wenn Sie den Jahresabschluss und vorgelagert die Buchhaltung als Informationssystem durchschaut haben, können Sie daraus einen nicht zu unterschätzenden Nutzen für Ihr Unternehmen ziehen – etwa wie sich interne oder externe Ursachen im Rechenwerk niederschlagen. Dadurch wird es für Sie einfacher sein, Unternehmensentscheidungen zu treffen und möglichen Unternehmenskrisen vorzubeugen.

Teil 6: Von der Buchhaltung zur Kostenrechnung – Gewinnschwellenanalyse

Nachdem wir uns in der letzten Ausgabe mit der Deckungsbeitragsrechnung beschäftigt haben, werden wir in dieser Ausgabe darauf aufbauen und uns mit der Gewinnschwellenanalyse (Break-Even Analyse) auseinandersetzen. Mit dieser wird ermittelt welcher Umsatz notwendig ist, um mit Ihrem Betrieb in die Gewinnzone zu kommen.

 

Bei der Gewinnschwellenanalyse muss gewissermaßen „das Pferd von hinten aufgezäumt“ werden.

In einem ersten Schritt sind die fixen Kosten eines Jahres zu ermitteln, also jene Ausgaben, die in jedem Fall – unabhängig von der Auftragslage – anfallen. Weiters ist aus früher abgewickelten Aufträgen abzuleiten, wie hoch im Schnitt der Anteil der variablen Kosten an den Nettoerlösen ist. Je mehr Aufträge herangezogen werden, desto genauer und aussagekräftiger kann der gesuchte Prozentsatz ermittelt werden.

Der Deckungsbeitrag I in % ist dann Differenzbetrag auf 100 % (Differenzbetrag aus Netto Erlösen und variablen Kosten / Umsatz x 100).

Wurden diese zwei Werte ermittelt, dann kann eine grobe jährliche Break Even Rechnung wie folgt aufgestellt werden.

 

Sie möchten bspw. wissen, wie hoch der Umsatz in der Betriebsstätte X sein muss, damit diese kostendeckend arbeitet (= notwendige Mindestumsatz). Dafür berechnen Sie zunächst den Wareneinsatz in % vom Umsatz.

 

Beispiel:

Umsatz: 455.000,-

Variable Kosten: EUR 341.250,-

Fixkosten: EUR 128.000,-

 

Wareneinsatz in % des Umsatzes: 341.250 / 455.000 * 100 = 75 %

Deckungsbeitrag I in %: 100 % – 75 % = 25 %

 

Der Deckungsbeitrag I in der Betriebsstätte X beträgt daher 25 % des Umsatzes. Da zudem auch die Fixkosten in Höhe von bspw. EUR 128.000,- bekannt sind, kann der notwendige Mindestumsatz zur Kostendeckung leicht ermittelt werden:

 

 

Bei einem Umsatz in Höhe von EUR 512.000,- wirtschaftet die Betriebsstätte X somit exakt kostendeckend. Sie berechnen daher wie viel Umsatz Sie erzielen müssen, damit Sie auf 0,- kommen.

 

Zur Kontrolle:

 

 

Wenn Sie in diesem Beispiel somit weniger als EUR 512.000,- erwirtschaften, dann machen Sie Verlust. Können Sie hingegen über das Jahr gesehen mehr Erlöse erzielen, dann treten Sie in die Gewinnzone ein (= Break-Even Point).

 

 

Eine Break-Even Analyse sollte am besten für jede einzelne Sparte bzw. jeden Teilbetrieb ermittelt werden. Das setzt voraus, dass nicht nur die Fixkosten pro Sparte bzw. Teilbetrieb abzuleiten sind, sondern auch ein eigener Prozentsatz der variablen Kosten pro Teilbetrieb oder Produktsparte – dieser kann je nach Intensität des Materialeinsatzes unterschiedlich hoch sein.

Werden dann die Spartenergebnisse zusammengezählt, müssen nur mehr die Fixkosten des gesamten Unternehmens abgezogen werden, um ein Gesamtergebnis für das Unternehmen zu erhalten.

 

Siart Lipkovich & Team Tipp:

Wird eine Break-Even-Analyse für das gesamte Unternehmen durchgeführt, besteht die Gefahr, dass verlustträchtige Teilbetriebe nicht auffallen, weil deren Verluste durch die positiven Ergebnisse anderer Teilbetriebe ausgeglichen werden. Eine (vorerst) getrennte Break-Even-Analyse pro Teilbetrieb oder Auftrag deckt daher auf, welche Sparten das höchste Gewinnpotenzial beinhalten bzw. in welchen Bereichen Umsatzsteigerungen anzustreben sind.

 

Informationssystem Kontenplan gut strukturieren

In diesem Artikel beschreiben wir, wie Sie mit einem gut strukturierten Kontenplan tiefergreifende betriebswirtschaftliche Information einholen können.

 

Überlegen Sie sich in einem ersten Schritt, welche Informationen Sie benötigen. Vieles erscheint ohnehin klar & logisch – beispielsweise Umsatz, Wareneinsatz, einzelne Kosten. Entscheiden Sie aber auch, wie tief die Informationen gehen sollen.

 

Zum Beispiel:

 

Haben Sie die oben genannten Fragen für sich und Ihrem Betrieb identifiziert, können Sie Ihren Kontenplan entsprechend gliedern, sodass dieser anschließend als Wegweiser für die einfache Überleitung Ihrer Buchhaltung in eine Kostenrechnung dient.

 

Ein Beispiel: Sie haben 3 Standorte/Filialen – wenn Sie die Aufwands- und Erfolgskonten im Kontenplan daher in Filiale „1“, „2“ und „3“ aufteilen, können Sie dadurch leichter errechnen was jede Filiale zum Unternehmenserfolg beiträgt.

 

Dafür ordnen Sie den Materialeinkauf, die einzelnen Mieten, die Energiekosten etc. den entsprechenden Konten je Filiale „1“, „2“ und „3“ zu, um noch detaillierte Informationen zu erhalten – was einer einfachen Kostenrechnung schon nahe kommt. Ebenso verhält es sich mit den Umsatzerlösen. Es ist oft auch empfehlenswert auch diese nach Erlösarten, Produktgruppen etc. zu unterscheiden und nicht alle Erlöse auf ein Konto zu buchen. Gehen Sie so für alle Bereiche vor.

 

In der Folge können Sie die einzelnen Erlösarten sowie die wesentlichen Aufwandsarten nach Filiale buchen und dementsprechend zuordnen.

 

SLT Tipp: Fassen Sie unterschiedliche Erlöse nie auf einem Konto zusammen, auch nicht verschiedene Aufwandsarten – damit keine relevante Informationen vermischt werden. Eigene Konten sorgen für die nötigte Übersicht. Gliedern Sie den Kontenplan daher immer so tief wie möglich bzw. erforderlich:

 

Beispiel:

 

 

Der Schritt zu einer Kostenrechnung ist dann nicht mehr weit.

 

Wenn Sie dazu auch den Umsatz und den Wareneinsatz zuordnen können (wie in unserem obigen Bsp.) – oder die Buchhaltung durch Anlegen von speziellen Konten so organisieren, dass Sie es einfach bewerkstelligen können – dann sind Sie kurz vor der „Stufenweisen Fixkostendeckungsrechnung“. Diese zeigt Ihnen wie viel Ihnen zur Deckung der Fixkosten pro Filiale übrig bleibt und gibt bspw. die benötigte Absatzmenge an, ab der Sie Gewinn erzielen.

 

Klingt wild, ist aber einfach. Wie Sie mit Hilfe des „neu gewonnenen“ Wissens aus dem Aufbau des Kontenplans bzw. der Neuorganisation Ihrer Buchhaltung Unternehmensentscheidungen treffen können, zeigen wir Ihnen in den nächsten Ausgaben.

 

Prof. Mag. Rudolf Siart, Mag. René Lipkovich,

Wirtschaftsprüfer und Steuerberater in Wien,

SLT Siart Lipkovich + Team Treuhand GmbH & Co KG

1160 Wien

Thaliastraße 85

Tel: 01 4931399-0

e-mail: slt@slt.at

https://www.slt.at

 

Teil 5: Von der Buchhaltung zur Kostenrechnung – Produktdeckungsbeitrag

Im vorigen Beitrag haben wir uns mit der Preisfindung und der Berücksichtigung von fixen Kosten bei der Auftragskalkulation auseinandergesetzt.

 

Die Kalkulation im Nachhinein ist natürlich leichter, weil bereits klar ist, wie viel eingenommen und ausgegeben wurde. Unternehmer planen und kalkulieren aber sinnvollerweise voraus und überprüfen dann im Nachhinein, ob ihre Rechnung aufgegangen ist.

Das wohl wichtigste betriebswirtschaftliche Konzept zu diesem Thema ist die Deckungsbeitragsrechnung. Ziel dabei ist, dass die von Ihnen insgesamt erzielten Deckungsbeiträge so groß sind, dass damit Ihre fixen Kosten und der Gewinn abgedeckt werden können.

In Teil 2 der Artikelserie haben wir uns bereits ganz allgemein mit der stufenweisen Fixkostendeckungsrechnung auseinandergesetzt – nun widmen wir uns dem produktbezogenen Deckungsbeitrag.

 

Der Deckungsbeitrag eines hergestellten und verkauften Produkts ergibt sich aus dem erzielten Nettoerlös (ohne Umsatzsteuer) – bspw. EUR 100,– – und den Kosten für den Einkauf – die variablen Kosten, die nur anfallen wenn ein Produkt verkauft bzw produziert wird – bspw. EUR 60,–.

 

 

Nettoerlös des Produktes 100,00
– variable Kosten -60,00
= Produktdeckungsbeitrag (DB) (40%) 40,00

 

Der DB des Produktes von EUR 40,– zeigt Ihnen, dass die fixen Kosten des Unternehmens in der Höhe dieses Betrages pro verkaufter Einheit abgedeckt werden können und das Betriebsergebnis durch jede weitere hergestellte und verkaufte Einheit dieses Produktes um EUR 40,– verbessert wird.

Der Produktdeckungsbeitrag zeigt Ihnen somit, in welcher Höhe pro Einheit die fixen Kosten abgedeckt werden. Erzielen Sie bspw. einen Produktdeckungsbeitrag von EUR 5,–, dann werden eben nur EUR 5,– pro verkaufter Einheit von den Fixkosten abgedeckt.

 

Im Ergebnis kommt es darauf an, wie viele Stück Sie zu welchen Deckungsbeiträgen verkaufen, um die fixen Kosten, aber auch den von Ihnen kalkulierten Gewinn (Unternehmerlohn plus erhoffte und machbare Rendite) abzudecken.

 

Beispiel:

Ihre jährlichen Fixkosten belaufen sich auf EUR 200.000,–. Wenn der DB pro verkauftem Stück EUR 40,– beträgt, müssen Sie 5.000 Stück verkaufen, um die Fixkosten abzudecken (200.000/40 = 5.000). Dann bleibt aber noch kein Gewinn übrig. Erst ab dem 5.001. Stück verdienen Sie pro Stück EUR 40,– – denn Ihre Fixkosten sind nun abgedeckt und Sie sind in der Gewinnzone (auf Neudeutsch: „Break even point“ oder „Gewinnschwelle“ – hierzu mehr in der nächsten Ausgabe).

Oder anders gerechnet:

Sie müssen also bei einem DB iHv 40% des Nettoerlöses und bei Fixkosten iHv EUR 200.000,– einen Mindestumsatz von EUR 500.000,– erwirtschaften, um kostendeckend zu sein:

Der Produktdeckungsbeitrag beträgt EUR 40,– bei einem Erlös von EUR 100,- somit 40%.

Werden nun die Fixkosten iHv EUR 200.000,- durch 40% (DB) dividiert (200.000 / 40 x 100 = 500.00), ist das Ergebnis der Mindestumsatz iHv EUR 500.000,- der erreicht werden muss um die Kosten zu decken.

 

Siart Lipkovich & Team Tipp – Stellen Sie im Zuge der Kalkulation die kritische Frage: Kann sich

das ausgehen? Ist es möglich oder realistisch, so viele Stück zu verkaufen?

 

Die Produktdeckungsbeitragsrechnung kann auch von der Sicht des Marktes her betrachtet werden. Ziehen Sie von den erreichbaren Nettoverkaufspreisen die variablen Kosten ab, um die Deckungsbeiträge einzelner Produkte zu erhalten. Die resultierenden Deckungsbeiträge zeigen Ihnen somit, ob das eine oder andere Produkt profitabler ist oder besser gar nicht angeboten werden sollte.

 

Siart Lipkovich & Team Tipp – Wenn die Produktionskapazität an ihre Grenzen stößt – etwa weil alle Mitarbeiter oder Maschinen ausgelastet sind – ist es geschickter, sich für das Produkt zu entscheiden, das den höheren DB erwirtschaftet. Wenn die Auslastung dagegen schlecht ist, kann so der Preis ermittelt werden, der noch sinnvoll ist, weil er eben zumindest die variablen Kosten und vielleicht auch einen Teil der fixen Kosten abdeckt. Denken Sie aber daran, dass Sie sich Ihre Preis- und damit Ihre Kundenstruktur nicht beschädigen.

Korrekte Rechnungslegung – wie muss eine Rechnung aussehen?

Im einem früheren Artikel haben wir beschrieben, wie Sie einen angemessenen Preis für Ihre Leistung ermitteln. Damit das Geld dann auch in der Kasse landet, kommt der ordnungsgemäßen Verrechnung – der raschen und korrekten Rechnungslegung und der Verfolgung des Mahnwesens – zentrale Bedeutung zu.

 

 

Ein generelles Merkmal, auf das Sie dabei achten müssen, ist der Ausweis der Umsatzsteuer (USt) bzw. der Hinweis auf den anzuwendenden Steuersatz und eine allfällige Steuerbefreiung.

 

Das USt-Gesetz ist ein sehr formales Gesetz und hat viele Fallen, in die man tappen kann und die einem sodann Steuerbegünstigungen verwehren (z.B. Vorsteuerabzug, steuerfreie Ausfuhrlieferungen). Deshalb ist es hier besonders wichtig, alle (Form-)Vorschriften einzuhalten.

 

Lieferungen und sonstigen Leistungen sind in Österreich dann steuerbar, wenn diese ein Unternehmer im Inland gegen Entgelt im Rahmen seines Unternehmens ausführt, der Eigenverbrauch im Inland ist oder die Einfuhr von Gegenständen aus einem Drittland vorliegt. Ein USt-Befreiung kann jedoch in folgenden Fällen bestehen:

 

Bei der echten Befreiung – bspw. Ausfuhrlieferungen in Drittländer – wird dem Kunden keine USt  in Rechnung gestellt, es darf aber dennoch für die Vorleistungen die Vorsteuer zurückgeholt werden.

 

Unecht befreit sind u.a. Ärzte, Versicherungen, Banken, gemeinnützige Vereine und Kleinunternehmer (Jahresumsatz unter EUR 30.000,-). Wer unecht befreit ist, muss keine USt verrechnen, darf sich aber auch die in Rechnung gestellte USt – also die Vorsteuer – nicht vom Finanzamt zurückholen.

 

Besteht keine unechte USt-Befreiung, kann die Vorsteuer vom Finanzamt zurückgeholt werden, sofern die Rechnung alle Kriterien erfüllt. Das Recht auf diesen Vorsteuerabzug ist integraler Bestandteil des Mehrwertsteuermechanismus – die USt wird nicht von den Unternehmern bezahlt, sondern letztendlich vom Verbraucher. Wenn aber die Vorsteuer versagt bleibt, wird die USt zum Kostenfaktor für das Unternehmen. Zudem achtet das Finanzamt besonders auf die Einhaltung sämtlicher Rechnungsmerkmale und die Finanzprüfer kontrollieren diese immer verstärkter.

Um den Vorsteuerabzug geltend machen zu können, ist vorab jedenfalls die UID (Umsatzsteuer-Identifikation) Nummer des Leistungserbringers zu überprüfen, da dieser Unternehmer sein muss.

 

 

SLT Tipp: Prüfen Sie bei Eingangsrechnungen daher immer ob alle Rechnungsmerkmale erfüllt sind und ob der Lieferant eine gültige UID Nummer hat. Wenn nicht, kontaktieren Sie sofort den Lieferanten damit eine neue korrekte Rechnung ausgestellt wird! Zahlen sie nicht bevor sie eine USt-gerechte Rechnung haben! Die neue Rechnung sollte auch einen Hinweis auf die alte Rechnung und die Berichtigung beinhalten.

 

Eine „ordnungsgemäße“ Rechnung und tatsächlich erbrachte Lieferung oder Leistung sind somit Voraussetzung um den Vorsteuerabzug geltend machen zu können.

 

Ausnahmen bilden „Reverse Charge“ (Übergang der Steuerschuld auf den Rechnungsempfänger) – bei grenzüberschreitender Erbringung von Dienstleistungen an/durch ausländische Unternehmer –  wo der Vorsteuerabzug auch ohne ordnungsgemäßer Rechnung möglich ist und der Erwerb von PKWs und Kombis, wo grundsätzlich mit wenigen Ausnahmen (bspw. Taxi) kein Vorsteuerabzug möglich ist.

 

SLT Tipp: Beachten Sie beim betrieblichen Fahrzeugkauf daher die Liste der vorsteuerabzugsberechtigten Fahrzeuge.

 

Übersicht der Rechnungsmerkmale:

 

Rechnungen bis EUR 400,- inkl. USt:

 

Rechnungen bis EUR 10.000,- inkl. USt zusätzlich noch:

 

Rechnungen über EUR 10.000,- inkl. USt zusätzlich noch:

 

SLT Tipp: Erstellen Sie Musterabrechnungen, die verschiedenen Geschäftsfällen zugeordnet und entsprechend verbucht werden können – um die Abwicklung zu vereinfachen. Besprechen Sie abweichende Fälle mit Ihrem Steuerberater, um neue Formalismen zu schaffen.

 

Unsere Musterrechnungen und Berechnungstools finden Sie auf unserer Homepage: www.slt-steuerberatung.at

Der nächste Artikel von Siart Lipkovich + Team widmet sich dem Informationssystem Kontenplan.

Teil 4: Von der Buchhaltung zur Kostenrechnung – Preisfindung

Bei der Preisfindung kommt es darauf an, variable und fixe Kosten sowie Gewinn im Preis unterzubringen, um idealerweise auf die vollen Kosten (Vollkostenrechnung) + Gewinn zu kommen. Das heißt, dass die variablen Kosten bzw. direkt zurechenbaren Einzelkosten im Preis ihren Niederschlag finden und die fixen bzw. Gemeinkosten und klarerweise der Gewinn entsprechend zugeordnet werden müssen.

Dies geschieht entweder durch einen Rohaufschlag als schnelle „Pi mal Daumen“ Berechnung oder durch die Umlage der Gemeinkosten auf die direkt zurechenbaren Kosten (bspw Mitarbeiterin Leistungsstunde), um einen genaueren Wert zu erhalten. Bestenfalls führen beide Methoden zum selben Ergebnis.

Bei der Rohaufschlagskalkulation wird, ausgehend von den Selbstkosten (Fortsetzung des letzten Artikels „Lohnkostenkalkulation“), ein prozentueller Rohaufschlag herangezogen (zB Erfahrungswerte, abgeleitet aus den Daten des Rechnungswesens der Vorjahre):

Bsp:

 

Selbstkosten je verrechenbarer Handwerkerstunde 26,45
+ Rohaufschlag iHv 120% 31,74
= Preis Nettoleistungsstunde 58,19
+ 20% USt 10,58
= Preis Bruttoleistungsstunde 69,83
…. gerundet
70,00

 

Pro verrechenbarer Leistungsstunde bleibt Ihnen hier ein Deckungsbeitrag (DB) iHv EUR 31,74, um die Fixkosten abzudecken und Gewinn zu erzielen.

Siart Lipkovich & Team Tipp: Da der Rohaufschlag auch rückwärts ausgehend vom Umsatz gerechnet werden kann, eignet er sich zur Nachkontrolle:

 

Nettoumsatz der verrechneten Leistungsstunden 36.200,76
– Selbstkosten Mitarbeiter/in 17.156,76
= Tatsächlich erzielter Rohaufschlag 19.044,00
 ->
19.044,00 x 100 / 17.156,76 = 111 %

 

Überlegen Sie sich was der Grund für Abweichungen ist (zB höhere Personalkosten).

 

Bei der genaueren Zuschlagskalkulation (Umlage der Gemein- bzw. Fixkosten) werden die einzelnen Gemeinkosten (zB Kosten der Verwaltung iHv EUR 26.500,-) auf die Einzelkosten (zB Selbstkosten des eingesetzten Personals als Kostenträger iHv EUR 200.000,-) umgelegt, sodass die Gemeinkosten anteilig korrekt verteilt sind und Zuschläge abgeleitet werden können:

 

Berechnung: 26.500,00 x 100 / 200.000,00 =
 ->
Zuschlagssatz Verwaltungskosten 13,25%

 

Natürlich müssen Sie das für alle Gemeinkosten machen (zB Marketing, Kosten der Energieversorgung, etc.). Die individuellen Zuschlagsätze sind dann zur Preisfindung der verrechenbaren Handwerkerstunde heranzuziehen.

Achtung: Da es sich hierbei um eine reine Kostenkalkulation handelt, muss der Gewinn hierbei zusätzlich berücksichtigt werden (sowie allfällige zu gewährende Skonti oder Rabatte).

 

Selbstkosten je verrechenbarer Stunde   26,45  
+ Verwaltungskostenzuschlag + 13,25%
+ Kostenzuschlag Marketing + 21,80%    
+ Kostenzuschlag Energieversorgung + 15,45%    
+ etc. + 54,5%    
Preis Nettoleistungsstunde 54,22  
+ Gewinnaufschlag + 15% 8,13
Netto-Preis inkl. Gewinn 62,35  
+ 20% USt 12,47
Preis Bruttoleistungsstunde 74,82 -> 75,-

 

Der DB je verrechenbarer Stunde, um Fixkosten abzudecken und Gewinn zu erzielen, beträgt in diesem Bsp. EUR 27,77 (54,22 – 26,45).

 

Eine Mitarbeiterin erzielt in diesem Bsp. im Jahr bei 1.376 verrechenbaren Leistungsstunden (Siehe letzten Artikel) und einem verrechenbaren Brutto-Preis iHv EUR 75,-/h, rd. EUR 38.211,- (1.376 x 27,77) an DB – bei 10 Mitarbeiter/innen erzielen Sie somit Gewinn, wenn die Fixkosten unter EUR 382.110,- liegen.

 

Siart Lipkovich & Team Tipp: Liegen keine Daten der Vorjahre vor (zB Neugründung), müssen die Kosten abgeschätzt werden. Je genauer und realistischer dies geschieht, desto besser. Steuerberater und Banken können hier mit ihren Erfahrungswerten helfen.

Teil 3: Von der Buchhaltung zur Kostenrechnung – Lohnkostenkalkulation

Damit unterm Strich mehr übrig bleibt!

 

Wenn es um die Optimierung Ihres Unternehmens geht, ist es wichtig alle Kosten im Griff zu haben und zu wissen, wie viel eine Leistungsstunde des/der einzelnen Mitarbeiters/in kostet. Deswegen befassen wir uns in dieser Ausgabe näher mit der Kalkulation der Stundensätze für das eingesetzte Personal.

 

Dabei sind im Wesentlichen die gesamten Brutto-Personal-Kosten eines Jahres, die durch den Einsatz Ihres/r Mitarbeiters/in entstehen, auf die zu verrechnenden Zeiteinheiten umzulegen. So wird also der Jahresbruttolohn mitsamt Lohnnebenkosten durch die Anzahl der tatsächlichen Leistungsstunden dividiert.

 

Ausbezahlt werden zumeist 14 Monatsgehälter (inkl. Urlaubs- und Weihnachtsgeld) – auch das 13. und 14. Gehalt muss verdient werden und in die Berechnung miteinbezogen werden. Die rund 30%igen Lohnnebenkosten werden ebenfalls hinzugerechnet. Die Leistungszeit bzw. die produktiven Stunden stellen dabei die Jahresstunden abzüglich Urlaub, Krankenstand und Feiertage dar. Um nun die Kosten pro Leistungszeiteinheit eines/r Mitarbeiters/in zu erfassen, müssen Sie dann die Jahres-Gesamtkosten eines/r Mitarbeiters/in auf die Leistungsstunden umlegen.

 

Dazu ein Beispiel mit einem Bruttomonatslohn von EUR 2.000,00. Hierzu rechnen wir zuerst die Gesamtkosten eines/r Mitarbeiters/in aus:

 

Jahrespersonalkosten pro Mitarbeiter/in (Beträge in EUR)

 

Bruttolohn 2.000,00 x 12 Monate 24.000,00
+ Sonderzahlungen (Urlaubs- und Weihnachtsgeld) 4.000,00
Zwischensumme 28.000,00
+ ca. 30% Lohnnebenkosten 8.400,00
Jahrespersonalkosten pro Mitarbeiter/in =36.400,00

 

In einem nächsten Schritt ermitteln wir die produktive Zeit (Anwesenheitszeit) eines/r Mitarbeiters/in – also die Arbeitsstunden zu denen Sie Ihre/n Mitarbeiter/in tatsächlich einsetzen können – und dann die Kosten pro Arbeitsstunde.

 

Anwesenheitsstunden pro Mitarbeiter/in

 

Wochen pro Jahr 52 Wochen
– Feiertage – 2 Wochen
– Krankenstand – 2 Wochen
– Urlaub – 5 Wochen
Anwesenheitszeit 43 Wochen
   
Anwesenheitszeit in Stunden

(43 Wochen à 40 Std)

=1.720 Stunden / Jahr
   
Selbstkosten je Arbeitstunde

= 36.400,00 / 1.720

EUR 21,16

 

Siart Lipkovich & Team Tipp – Wer sorgfältig kalkuliert, berücksichtigt auch die Auslastung der Mitarbeiter/innen. Interne Zeiten für Einschulungen, administrative Tätigkeiten etc. reduzieren die Anzahl der verrechenbaren Leistungsstunden. Dazu folgendes Beispiel:

 

Ermittlung der verrechenbaren Stunden

 

Leistungszeit in Stunden 1.720 Std / Jahr
– Einschulung neuer Mitarbeiter – 49 Std / Jahr
– administrative Tätigkeiten – 304 Std / Jahr
Verrechenbare Leistungsstunden pro Jahr
=1.376  Std / Jahr
Selbstkosten je Leistungsstunde

= 36.400,00 / 1.376

EUR 26,45

 

 

Vergleichen wir nun die Selbstkosten der Anwesenheitsstunde (EUR 21,16) mit der verrechenbaren Stunde (EUR 26,45) unseres Beispiels, ist der Unterschied klar erkennbar (Differenz EUR 5,29).

Die Personalkosten sind nach diesem Beispiel erst dann gedeckt, wenn Sie pro verrechenbarer Stunde EUR 26,45 ansetzen.

Wie dabei die fixen Kosten mit zu berücksichtigen sind, erfahren Sie im nächsten Artikel.

 

Wichtig ist es, die Berechnungen zu standardisieren und zu prüfen ob die berechneten Stundensätze auch tatsächlich vom Markt angenommen werden. Sollten Sie zu hochpreisig sein, müssen Sie an anderen Schrauben drehen – bspw. können Sie die Administration straffen oder mit bei Arbeitsabläufen in Ihrem Unternehmen Kosteneinsparungspotential finden.

 

Siart Lipkovich & Team Tipp – Verwenden Sie die Berechnung der Selbstkosten für Ihr Personal als Vorlage. Berücksichtigen Sie die Besonderheiten Ihres Betriebes und des Marktes. Wenn Sie sich nicht ganz sicher fühlen – kontaktieren Sie uns – denn das Ziel ist, dass unter dem Strich für Sie mehr übrig bleibt.

 

Teil 2: Von der Buchhaltung zur Kostenrechnung – Die stufenweise Fixkostendeckungsrechnung

Sie haben nun, wie im vorgehenden Beitrag beschrieben, ihre Buchhaltung so eingerichtet, dass Sie als Informationsinstrument mehr hergibt. Die Buchhaltung und auch die Bilanz ist ein Informationssystem das Antworten auf Fragen geben soll und kann. Eine mögliche Frage ist etwa jene nach dem Beitrag, den zB Filialen zum Gesamterfolg des Unternehmens leisten.

 

Die Rechenmethode dafür ist die stufenweise Fixkostendeckungsrechnung. Sie wird üblicher Weise in Kostenrechnungssystemen angewandt; vereinfacht kann Sie auch aus der Saldenliste abgeleitet werden.

 

Klingt wild, ist aber einfach. Sehen Sie folgend eine Saldenliste mit erster grundlegender Untergliederung der einzelnen Konten nach Filialen und wie diese in nur wenigen Schritten in eine aussagereiche stufenweise Deckungsbeitragsrechnung umgewandelt werden kann.

 

 

Sie erkennen aus der Saldenliste, dass das Unternehmen unterm Strich Verlust macht. Wo dieser entsteht, ist auf den ersten Blick nicht gleich zu sehen. Deswegen werden die Daten aus der Saldenliste herangezogen um die stufenweise Deckungsbeitragsrechnung zu erstellen.

Dabei werden in einem ersten Schritt die variablen Kosten, der Wareneinsatz vom Umsatz abgezogen, sodass der Deckungsbeitrag I festgestellt wird.

Folgend werden die fixen Kosten die einer Filiale direkt zurechenbar sind abgezogen. Dann sehen Sie gleich, dass der Deckungsbeitrag I der ersten Filiale nach Abzug der Fixkosten der betreffenden Filiale einen positiven Beitrag zum Unternehmenserfolg leistet und die zweite Filiale einen negativen Deckungsbeitrag II ausweist, der den Unternehmenserfolg mindert.

 

Durch die Messung der Wirtschaftlichkeit der einzelnen Filialen können unternehmerische Entscheidungen einfacher getroffen werden.

 

Letztendlich werden die Deckungsbeiträge II zusammengefasst und die restlichen fixen Kosten auf Unternehmensebene abgezogen. Danach muss dasselbe Betriebsergebnis wie in der Saldenliste rauskommen, mit dem Unterschied, dass die stufenweise Deckungsbeitragsrechnung Handlungsbedarf bzw. Entwicklungspotenziale aufzeigt und Ihnen die Unternehmensführung erleichtert.

 

Bei unserem Beispiel sehen Sie, dass die zweite Filiale aufgrund des negativen Deckungsbeitrags II den Unternehmenserfolg um 15.000,00 Euro mindert. Als Konsequenz könnten Sie jetzt ihre zweite Filiale schließen, das Betriebsergebnis des gesamten Unternehmens wird dadurch positiv, genauer gesagt erhöht es sich um den negativen Deckungsbeitrag II. Soll die zweite Filiale nicht geschlossen werden, gilt es eine Strategie zu entwickeln, damit diese künftig auch einen positiven Beitrag zum Unternehmenserfolg liefert.

 

Das Beispiel ist knapp und vereinfacht, kann aber feingeschliffen werden oder auch abgewandelt werden um andere Deckungsbeitragsrechnungen anzustellen, wie etwa für die Region, die Produktgruppen und vieles mehr. Den Informationsgrad bestimmen Sie nach ihrem Informationsbedürfnis. Sind Sie sich bei der erstmaligen Erstellung der stufenweisen Fixkostendeckungsbeitragsrechnung nicht ganz sicher, holen Sie sich einfach Unterstützung von uns. Es wird sich rentieren.

 

Stand: 06.11.2018 Haftung ausgeschlossen.

Teil 1: Von der Buchhaltung zur Kostenrechnung – Damit unterm Strich mehr übrig bleibt

Die Preisfindung zählt zu den wichtigsten Themen in Ihrem Unternehmen. Nur wenn Ihre Kunden (der Markt) bereit sind den angebotenen Preis zu bezahlen, können Sie Ihre Leistung verkaufen. Auf der anderen Seite müssen Sie etwas verdienen. Um den richtigen Verkaufspreis Ihrer Dienstleistungen oder Produkte zu ermitteln, hilft Ihnen eine Kostenrechnung. Diese kann auch aus Ihrer Buchhaltung abgeleitet werden. Wie Sie eine einfache Kostenrechnung Schritt für Schritt aus der Buchhaltung aufbereiten und die zusätzlich gewonnenen Informationen künftig für Kalkulationen nutzen können, erfahren Sie aus dieser Artikelserie Buchhaltung und Kostenrechnung von Siart Lipkovich + Team.

 

Der erste Schritt ist die Organisation und Gestaltung des Informationssystems Rechnungswesen. Überlegen Sie sich, welche Informationen Sie brauchen. Vieles erscheint ohnehin klar & logisch – Umsatz, Wareneinsatz, Personal, etc. interessiert jedenfalls.

Entscheiden Sie wie tief die Information gehen soll.

Beispielsweise:

 

Haben Sie die oben genannten Fragen für sich beantwortet, können Sie Ihren Kontenplan entsprechend gliedern. Ihr neu erstellter Kontenplan dient anschließend als Wegweiser für die einfache Überleitung Ihrer Buchhaltung in eine Kostenrechnung. Ziehen Sie für Ihre neue Gliederung des Kontenplans die Kosten/Umsätze pro „Kostenstelle“ (=Einheit der Kosten zuzuordnen sind – bspw. Leistungsart, Produktgruppe, Standort) heran. Wenn Sie den Kontenplan nach „Kostenstellen“ gliedern, können Sie errechnen was jede „Kostenstelle“ zu Ihrem Unternehmenserfolg beiträgt. Gliedern Sie die Konten zu jeder „Kostenstelle“ tiefer: zB Miete, Energie, Raumkosten.

 

Fassen Sie die Kostenpositionen nicht auf einem Konto zusammen, damit keine relevante Informationen verloren gehen. Ein eigenes Konto pro „Kostenstelle“ mit der Miete, ein Konto pro „Kostenstelle“ Energie, usw. sorgt für die nötigte Übersicht. Bereits nach der Aufteilung der zusammengefassten Kosten gewinnen Sie neu Informationen. Vergeben Sie dabei für jede Stelle eine eigene Kontonummer. Die Kontonummern der Positionen Ihrer Bilanz sollten sich an den österreichischen Einheitskontenrahmen orientieren. Das Konto für Mietaufwand könnte bspw. die Kontonummer 7401 haben. Die Bedeutung Ihrer Kontonummer ist wie folgt:

 

Ebenso verhält es sich mit den anderen Aufwands- und Ertragskonten. So ist es empfehlenswert, nicht alle Erlöse auf ein Konto zu buchen, sondern nach Erlösarten oder gar nach Produktgruppe, zu unterscheiden. Gehen Sie so für alle angesprochenen Bereiche vor.

Nach der Aufteilung der Kosten auf einzelne Konten pro „Kostenstelle“ können Sie dann die fixen Kosten pro „Kostenstelle“ ermitteln. Wenn Sie nun auch den Umsatz und den Wareneinsatz pro „Kostenstelle“ zuordnen können – oder die Buchhaltung durch Anlegen von speziellen Konten so organisieren, dass Sie es einfach bewerkstelligen können – dann sind Sie kurz vor der

 

stufenweisen Fixkostendeckungsrechnung.

 

Klingt wild, ist aber einfach. Wie Sie das „neu gewonnene“ Wissen aus dem Neuaufbau des Kontenplans bzw. der Neuorganisation Ihrer Buchhaltung in eine stufenweise Fixkostendeckungsrechnung umwandeln können, um daraus Unternehmensentscheidung treffen zu können, zeigen wir Ihnen in der nächsten Ausgabe.

In der Artikelserie von Siart Lipkovich + Team erfahren Sie in folgenden Ausgaben alle interessanten und relevanten Informationen für Ihre

 

Prof. Mag. Rudolf Siart,

Mag. René Lipkovich

Wirtschaftsprüfer und Steuerberater in Wien,

SLT Siart Lipkovich + Team GmbH & Co KG

 

 

Stand: 11.10.2018 Haftung ausgeschlossen.

Fasching: Österreich – eine „Steueroase“ zur Abkehr von Schuld und Sühne und einer Gesetzgebung für „Zahnlose“

Den Faschingssamstag 2019 feiert der allseits bekannte, selbständige Posaunist P. ausgiebig. Weswegen ihm ein abgenommener Führerschein, ausgeschlagene Zähne, die Trennung von seiner Frau als auch eine Wettgesetz-Novelle nicht in einen traumatischen Zustand versetzen, soll folgender (nicht allzu ernst gemeinte) Artikel vermitteln.

 

Der Höhepunkt der heurigen Faschingszeit beginnt für P. mit einem Schock. Nach durchzechtem Abend wird er bei einer Verkehrskontrolle der Trunkenheit am Steuer überführt. Der Führerschein ist weg, Herr P verzweifelt, benötigt er als Posaunist den Schein doch für seine Fahrten zu den öffentlichen Auftritten. Aber keine Sorge: Die Finanzverwaltung erkannte diese „Abgabennische“ und leistet seit einiger Zeit Ihren volksdienlichen Beitrag durch folgende geschaffene Begünstigungen.

 

So ist es dem leidgeprüften „Alkolenker“ seit 09/2017 möglich, seinen PKW mit einem „ABS“ der besonderen Art nachzurüsten: dem Alternativen Bewährungs-System. Ein auf fünf Jahre befristeter wissenschaftlicher Versuch soll alkoholauffälligen Lenkern – als teilweise Alternative zur Entziehung der Lenkerberechtigung – ermöglichen, durch Nachrüstung einer Alkohol-Wegfahrsperre ihren „Deckel“ wieder früher zu erlangen. Die Qualifikationskriterien hierfür sind denkbar einfach: 1x den PKW mit mindestens 1,2 Promille Blutalkohol lenken und erwischt werden. Bisher war der „Deckel“ für mindestens 4 Monate weg. Jetzt kann man nach Abbüßen der Hälfte der verhängten Strafe beantragen, in das „ABS-Programm“ aufgenommen zu werden.

 

Zwar erwarten den „Sünder“ saftige Einmalkosten, diese können aber zum Glück teilweise steuerlich abgesetzt werden. So können etwa der Einbau und die Überlassung der Wegfahrsperre (ja, die muss man vom Staat anmieten) bei einem Firmen-KFZ als „beruflich veranlasst“ klassifiziert und steuerlich geltend gemacht werden. Für Herrn P. also bis auf zwei Monate Taxifahren und einem kurzfristigen Verfehlen seines persönlichen Nulldefizits kein Problem.

 

Dennoch bleibt ihm unmittelbar nach dem Führerscheinentzug nichts anderes übrig, als zu Fuß nach Hause zu gehen. Auf spiegelglattem Gehsteig kommt der Pechvogel zu Sturz und schlägt sich zu allem Überfluss auch noch einen Schneide- und einen Eckzahn aus. Glück im Unglück für P: Zähne erfreuen sich bei der Abgabenbehörde einer immer größeren Beliebtheit. So erkannte die Abgabenverwaltung erst unlängst, dass bei bestimmten Musikern die Berufsausübung ohne fest sitzende Schneidezähne unmöglich sei – so auch bei unserem Posaunisten P. Im Gegensatz zu den Schneidezähnen jedoch diene das übrige Mundwerkzeug ausschließlich dem Kauen und somit dem privaten Bereich. Es soll einem steuerrechtlich ja schließlich auch nicht zu leicht gemacht werden. So hat P die Ausgaben seiner bevorstehenden Gebisssanierung daher verursachungsgerecht auf die Schneidezähne und die sonstigen Zähne – letztere stellen außergewöhnliche Belastungen dar – im Rahmen seiner Steuererklärung aufzuteilen. Erfahrungsgemäß verursacht Zahnersatz Kosten jenseits der Geringfügigkeitsgrenze. Da die Verwendung eines Schneidezahns im Idealfall langfristig ausgelegt ist, muss der betrieblich veranlasste Teil der Gebisssanierung – also der neue Schneidezahn – auch bei einem Einnahmen- Ausgabenrechner im (betriebsnotwendigen) Anlagevermögen aktiviert und auf die „betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer“ abgeschrieben werden. So will es die Abgabenbehörde. Leider findet sich in den hiesigen Abschreibungstabellen keinerlei Hinweis auf die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer eines Schneidezahns. Auch ist bis dato nicht geklärt, ob bei einer künftigen Betriebsprüfung Zahnärzte anwesend sein werden.

 

Zuhause angekommen wird P von seiner Gattin im Hausflur ertappt. Nach einer Standpauke offeriert sie P, dass sie ihren bisherigen Job aufgeben und sich von ihm trennen werde. Sie benötige Abstand und möchte eine Karriere als „Bewusstseinsbildnerin“ einschlagen. Sie plant Kurse zu absolvieren, um stufenweise in höhere geistige Sphären des Verstandes emporgehoben zu werden. Am besten ginge dies in der tunesischen Wüste fernab jeglicher externer Einflüsse. Da man Reisende nicht aufhalten soll, lässt P sie schweren Herzens ziehen. Was seine Noch-Gattin anscheinend nicht weiß ist, dass diese Kurse und Seminare steuerlich dann nicht abzugsfähig sind, wenn keine Berufsausübung absehbar ist. Aus der Traum von bezahltem Urlaub irgendwo im Nirgendwo.

 

Pechvogel P. ist Optimist und sieht das ganze positiv. Bis zur Wiedererlangung seiner Bissfestigkeit hat er viel Zeit, um in seinem Wiener Stamm-Café über seine Karriere nachzudenken. Da den Gästen gratis WLAN zur Verfügung steht, platziert er nebenbei online auch einige Sportwetten bei externen Wettplattformen – um etwas gegen seinen leidgeprüften Kontostand zu unternehmen.

 

Der Wirt – ein guter Freund von P. – klagt ihm dabei sein Leid. Er erzählt, vor kurzem seien Kontrollorgane des Magistrats Wien im Lokal gewesen, just zu dem Zeitpunkt, wo er den Abfahrtslauf von Kitzbühel seinen zahlreichen Gästen live auf der Großbildleinwand vorführte. Die Magistratsorgane wollten dabei bemerkt haben, wie mehrere Gäste mit ihren Handys und Tablets über das bereitgestellte gratis-WLAN Wetten bei Online-Wettanbietern abgeschlossen hätten. Die Organe äußerten daraufhin gegenüber dem Wirt den Verdacht, dass dieser als Vermittler für Wettunternehmen tätig sei. Da dafür keine entsprechende Bewilligung vorliege, käme ihm das teuer zu stehen.

 

Schockiert darüber, dass nach Registrierkasse und Nichtraucherschutz schon wieder die Gastronomie im Fadenkreuz der – wenngleich lokalen – Politik steht, geht P. der Sache auf den Grund. Und tatsächlich: Gemäß dem 2018 novellierten Wiener Wettengesetz betätigt sich als Vermittler von Wettgeschäften „insbesondere, wer Einrichtungen zur Erleichterung oder Ermöglichung des Vertragsabschlusses zur Verfügung stellt“ […] und zwar im „Erscheinungsbild eines Wettlokals“. Sie suchen eine konkretere Definition, was darunter zu verstehen ist? Fehlanzeige.

 

Der geäußerte Verdacht der Organe ist sohin mangels näherer Determination letztlich von der „individuellen behördlichen Einschätzung“ – um nicht landläufig von Willkür zu sprechen – abhängig.

 

Herr P. ist fassungslos und will sein Wissen sofort in die Welt hinausposaunen. Doch damit muss er sich gedulden bis sein betriebsnotwendiger Schneidezahn fertig ist.

Steuer sparen bei Phenylketonurie oder Galaktosämie

Tipps zur Durchführung der Arbeitnehmerveranlagung 2018 bzw. Einkommensteuererklärung 2018

 

Ein Service von SLT Siart Lipkovich + Team GmbH & Co KG

und unserem Mitglied Candy Luiskandl

 

Hier haben wir einige Tipps für Sie, wie Sie Ihre Steuern als Betroffene zurückholen.

Alle Tipps gelten gleichermaßen für Angestellte (Arbeitnehmerveranlagung) und Selbständige (Einkommensteuererklärung).

 

ACHTUNG: Die hier gezeigten Tipps werden anhand des Online-Formulars für das Jahr 2018 veranschaulicht. Angestellte können die Arbeitnehmerveranlagung fünf Jahre rückwirkend (!!!) durchführen. In diesem Fall sind die entsprechenden Formulare des jeweiligen Jahres zu verwenden, wo diese Ausführungen aber sinngemäß in ähnlicher Form zu finden sind.

 

Wir hoffen, wir können Sie mit diesem Artikel ein wenig durch den Steuerdschungel lotsen.

 

Um die erhöhten Kosten aufgrund der Stoffwechselstörung für Sie selbst oder Ihr Kind geltend zu machen, benötigen Sie das Formular L-1k (Außergewöhnliche Belastung für Kinder) bzw. das Formular L-1ab (für eigene außergewöhnliche Belastungen). Diese sind auf der Webseite des Finanzministeriums bestellbar: www.bmf.gv.at. Alternativ kann die Eingabe auch direkt im Online-Formular über https://finanzonline.bmf.gv.at erfolgen, welches in Folge auszugsweise dargestellt wird. (Für die Online-Erstanmeldung gibt es auf der Startseite einen entsprechenden Link)

 

Unter den Auswahlmöglichkeiten „Eingaben“ –> „Erklärungen“ wird die Kategorie „Erklärung zur Arbeitnehmerveranlagung“ ausgewählt und das entsprechende Jahr für die Veranlagung eingetragen.

 

Die entsprechenden Daten können dann in folgende Kategorien eingegeben werden:

 

1. Ihr Kind hat Phenylketonurie (PKU) bzw. Galaktosämie (GAL)

 

1.1 Sie beziehen erhöhte Familienbeihilfe für Ihr betroffenes Kind

 

Wenn Sie die erhöhte Familienbeihilfe beziehen, haben Sie die optimale Voraussetzung, um die größtmögliche Steuerersparnis rauszuholen.

 

Geben Sie hierzu die Daten (Name, Versicherungsnummer, Geburtsdatum) des betroffenen Kindes an.

Zudem sind die für die PKU bzw. GAL relevanten Felder auszufüllen:

 

 

Wenn Ihre monatlichen Rechnungen für Speziallebensmittel (Rechnungen für „normale“ Lebensmittel zählen hier NICHT dazu) den Betrag von EUR 262,-/Monat pro betroffenem Kind überschreiten (die Angaben sind für jedes betroffene Kind einzeln zu machen), können Sie anstelle des pauschalen Freibetrages auch die tatsächlichen Kosten geltend machen:

Position: „Anstelle der pauschalen Freibeträge werden tatsächliche Kosten geltend gemacht“

Allerdings sind hier die Belege als Nachweis sieben Jahre lang aufzuheben (auch nach bereits erhaltener Steuergutschrift).

 

Bei Geltendmachung der tatsächlichen Kosten sind diese um das Pflegegeld zu kürzen à Eintrag nur des überschreitenden Betrages.

Bsp.: Pflegegeldbezug pro Jahr EUR 2.000,-, Kosten Speziallebensmittel: EUR 3.600,- (höher als pauschaler Freibetrag von EUR 3.144,- für das ganze Jahr) à Eintragung EUR 1.600,-

 

Auszug aus dem Online-Formular (L1k):

 

1.2 Sie beziehen keine erhöhte Familienbeihilfe für Ihr betroffenes Kind

Geben Sie hierzu ebenfalls die Daten (Name, Versicherungsnummer, Geburtsdatum) des betroffenen Kindes an.

Zudem sind die für die PKU bzw. GAL relevanten Felder auszufüllen:

 

Kreuzen Sie hier „Magenkrankheit, andere innere Erkrankung“ an.

 

Wenn Ihre monatlichen Rechnungen für Speziallebensmittel (Rechnungen für „normale“-Lebensmittel zählen hier NICHT dazu) den Pauschbetrag für Diätverpflegung von EUR 42,-/Monat (EUR 504,- fürs ganze Jahr) pro betroffenem Kind (Angaben sind für jedes betroffene Kind einzeln zu machen) überschreiten, können Sie anstelle des pauschalen Freibetrages auch die tatsächlichen Kosten geltend machen.

Position: „Anstelle der pauschalen Freibeträge werden tatsächliche Kosten geltend gemacht“

Allerdings sind hier die Belege als Nachweis sieben Jahre lang aufzuheben (auch nach bereits erhaltener Steuergutschrift).

 

Bei Geltendmachung der tatsächlichen Kosten sind diese um das Pflegegeld zu kürzen à Eintrag nur des überschreitenden Betrages.

Bsp.: Pflegegeldbezug pro Jahr EUR 400,-, Kosten Speziallebensmittel: EUR 560,- (höher als pauschaler Freibetrag EUR 504,- für das ganze Jahr) à Eintragung EUR 160,-

 

Auszug aus dem Online-Formular (L1k):

 

Zusammenfassend ist zu sagen, dass sich für Bezieher der erhöhten Familienbeihilfe in der Regel die unkomplizierte Geltendmachung des pauschalen Freibetrages von EUR 262,-/Monat lohnt – Für Bezieher der normalen Familienbeihilfe hingegen in der Regel, wenn die tatsächlichen Kosten geltend gemacht werden.

 

SLT-Tipp: Am meisten Cash holen Sie raus, wenn die oben genannten Kosten jener Elternteil geltend macht, der das höhere Einkommen erzielt.

 

 

2. Sie selbst sind volljährige/r Betroffene/r von PKU oder GAL

 

In diesem Fall finden Sie die entsprechenden Punkte in der Kategorie „Außergewöhnliche Belastungen bei Behinderung (L1ab)“.

 

 

Kreuzen Sie hier „Magenkrankheit, andere innere Erkrankung“ an. Diesen können Sie in jedem Fall zusätzlich zum Freibetrag auf Grund des Grades der Behinderung geltend machen.

 

Wenn Ihre monatlichen Rechnungen für Speziallebensmittel (Rechnungen für „normale“-Lebensmittel zählen hier NICHT dazu) den Pauschbetrag für Diätverpflegung von EUR 42,-/Monat (EUR 504,- fürs ganze Jahr) überschreiten, können Sie anstelle des pauschalen Freibetrages auch die tatsächlichen Kosten geltend machen.

Position: „Anstelle der pauschalen Freibeträge werden tatsächliche Kosten geltend gemacht“

Allerdings sind hier die Belege als Nachweis sieben Jahre lang aufzuheben (auch nach bereits erhaltener Steuergutschrift).

 

Bei Geltendmachung der tatsächlichen Kosten muss die Pflegegeldleistung zudem vom Gesamtbetrag der jährlichen Kosten abgezogen werden. Zusätzlich müssen Sie  eine fiktive Haushaltsersparnis von EUR 156,96/Monat in Abzug bringen.

 

 

Auszug aus dem Online-Formular (L1ab):

 

3. Zusätzliche Tipps unabhängig von PKU oder GAL – GILT AUCH FÜR GESUNDE KINDER:

 

Bis inkl. Veranlagung 2018:

Vergessen Sie nicht Kinderbetreuungskosten geltend zu machen.

Für Kinder, für die erhöhte Familienbeihilfe bezogen wird, sind Kosten (bis maximal EUR 2.300,- pro Kind und Jahr) bis zum Alter von 16 Jahren absetzbar.

Für Kinder, für die normale Familienbeihilfe bezogen wird, sind ebendiese Kosten bis zum Alter von 10 Jahren absetzbar.

 

Abzugsfähig sind bis inkl. 2018 die Kosten für die Kinderbetreuung sowie Kosten für Verpflegung und das Bastelgeld. Das Schulgeld für Privatschulen und der Nachhilfeunterricht können nicht berücksichtigt werden. Ebenso nicht abzugsfähig sind Kosten für die Vermittlung von Betreuungspersonen und die Fahrtkosten zur Kinderbetreuung.

Die Betreuung muss durch eine staatlich anerkannte institutionelle Kinderbetreuungseinrichtung (Kindergarten, Hort, Internat)  oder eine entsprechend qualifizierte Person (z.B. ausgebildete Tagesmutter) erfolgt sein (mindestens 35 Stunden pädagogische Ausbildung).

 

Vergessen Sie auch nicht den Kinderfreibetrag anzukreuzen. Hierfür gibt es folgende Möglichkeiten:

Für Kinder, für die mehr als 6 Monate im Kalenderjahr Familienbeihilfe bezogen wurde, steht dieser Freibetrag in Höhe von EUR 440,- jährlich zu, wenn diesen nur ein Elternteil geltend macht – insbesondere auch bei Alleinverdienern oder Alleinerziehern zu beachten. Wenn beide Elternteile den Kinderfreibetrag geltend machen, beträgt der Freibetrag pro Elternteil EUR 300,-.

Ein nicht haushaltszugehöriger Elternteil, dem der Unterhaltsabsetzbetrag im Kalenderjahr für mehr als sechs Monate zusteht, ist hinsichtlich des Kinderfreibetrages in der Höhe von EUR 300,- anspruchsberechtigt. (= Kinderfreibetrag für ein nicht haushaltszugehöriges Kind)

Hat nur ein Elternteil ein so hohes Einkommen, dass Lohnsteuer abgezogen wird, ist es empfehlenswert, dass dieser den gesamten Freibetrag von EUR 440,- geltend macht!

Verdienen beide Elternteile so viel, dass jeder Lohnsteuer bezahlt und sich der Kinderfreibetrag bei jedem Ehegatten steuerlich auswirkt, ist es günstiger, wenn beide den Kinderfreibetrag von EUR 300,– beantragen.

Der Kinderfreibetrag ist ebenfalls in dem (Online-)Formular L1k anzuführen.

 

Ab Veranlagung 2019:

Ab 2019 ersetzt der Familienbonus Plus die steuerliche Abzugsfähigkeit der Kinderbetreuungskosten und den derzeitigen Kinderfreibetrag und reduziert unmittelbar die Steuerlast – und nicht nur die Steuerbemessungsgrundlage – um bis zu EUR 1.500,- pro Kind und Jahr. Dieser kann entweder über die Lohnverrechnung durch den Arbeitgeber in Anspruch genommen werden (Formular E 30), oder über die Steuererklärung geltend gemacht werden. Der Familienbonus Plus kann entweder von einem Elternteil bezogen oder unter den Eltern aufgeteilt werden und steht so lange zur Verfügung, so lange für das Kind Familienbeihilfe bezogen wird.

 

Mehrkindzuschlag

Bei mehr als 2 Kindern steht Ihnen bei Bezug der Familienbeihilfe ein Mehrkindzuschlag von EUR 20,- monatlich für das dritte und jedes weitere Kind zu. Der Mehrkindzuschlag wird immer für das nächstfolgende Jahr ausbezahlt und das Familieneinkommen darf EUR 55.000,- nicht übersteigen. Voraussetzung ist zudem zeitweiser Bezug von Familienbeihilfe für mindestens 3 Kinder im vorangegangenen Jahr. Das bedeutet, mit der Arbeitnehmerveranlagung für das Jahr 2018, beantragen Sie den Mehrkindzuschlag für das Jahr 2019. Maßgeblich sind die Verhältnisse des Jahres 2018.

 

Alleinverdiener-/Alleinerzieherabsetzbetrag

Alleinverdiener sind Sie, wenn Sie im betreffenden Kalenderjahr mehr als 6 Monate verheiratet waren und nicht getrennt gelebt haben oder in einer Lebensgemeinschaft lebten, für mindestens 1 Kind mehr als 6 Monate Familienbeihilfe bezogen und der Partner nicht mehr als EUR 6.000,- jährlich verdient hat. Zu dieser Einkommensgrenze zählen Gehalt und Wochengeld, nicht aber z.B. Arbeitslosengeld, Kinderbetreuungsgeld, Familienbeihilfe.

 

Alleinerzieher sind Sie, wenn Sie im betreffenden Kalenderjahr mehr als 6 Monate im Kalenderjahr nicht in einer Ehe-/Lebensgemeinschaft lebten und für mindestens 1 Kind mehr als 6 Monate Familienbeihilfe bezogen haben.

 

Sie sind entweder Alleinverdiener oder Alleinerzieher. Beide Absetzbeträge gleichzeitig können Sie nicht in Anspruch nehmen.

Der Alleinverdiener-/Alleinerzieherabsetzbetrag (AVAB/AEAB) muss – auch wenn er bereits bei der Lohnverrechnung während des Jahres berücksichtigt wurde – in der Arbeitnehmerveranlagung nochmals angekreuzt werden!

 

TIPP: Auch wenn Sie im Antragsjahr nichts verdient haben, aber für mindestens

1 Kind mehr als 6 Monate Familienbeihilfe erhalten haben, können Sie sich den AVAB/AEAB in der Höhe von EUR 494,- jährlich für 1 Kind in Form der so genannten Negativsteuer auszahlen lassen.  Je nach Anzahl der Kinder erhöht sich der Betrag wie folgt:

 

AVAB / AEAB Absetzbetrag
1 Kind EUR 494,-
2 Kinder EUR 669,-
3 Kinder EUR 889,-

 

Dieser Betrag wird auch dann ausbezahlt, wenn Sie aufgrund von niedrigem Einkommen gar keine Steuer bezahlen.

 

Unterhaltsabsetzbetrag (Alimente)

Wenn Sie für ein Kind Unterhalt zahlen, das nicht mit Ihnen im gemeinsamen Haushalt lebt und für das Sie keine Familienbeihilfe beziehen, erhalten Sie einen Unterhaltsabsetzbetrag gestaffelt pro Kind. Der Unterhaltsabsetzbetrag beträgt EUR 29,20 bis EUR 58,40 pro Monat und Kind. Der Unterhaltsabsetzbetrag steht nur für die Monate zu, für die auch Unterhalt bezahlt wurde. Außerdem steht dieser nur dann in voller Höhe zu, wenn die Höhe des Unterhalts behördlich festgesetzt wurde. Wenn die Unterhaltshöhe zwischen den Elternteilen frei vereinbart wurde, darf der jeweilige sogenannte Regelbedarfssatz nicht unterschritten werden. Ansonsten steht dieser nur aliquot zu. Die Regelbedarfssätze sind nach Alter des Kindes gestaffelt. Diese werden jedes Jahr angepasst. Die jeweils aktuellen Beträge finden Sie z.B. auf www.alimente.wien/Regelbedarf.html

 

Der Unterhaltsabsetzbetrag ist im Beilageformular L1k einzutragen.

 

4. Allgemeine Steuerspartipps für die Arbeitnehmerveranlagung bzw. Steuererklärung

 

4.1. Sonderausgaben

(betrifft Privatsphäre)

 

4.2. Außergewöhnliche Belastungen

(betrifft Privatsphäre)

Damit eine Aufwendung als außergewöhnliche Belastung absetzbar ist, muss sie

 

Beispiele (neben den ausführlich erklärten Themen betreffend die Behinderung durch PKU/GAL):

 

Sie können im Rahmen der Arbeitnehmerveranlagung auch Werbungskosten (das sind Ausgaben, die zur Erhaltung Ihrer Einkünfte aus einem Dienstverhältnis anfallen) bzw. im Rahmen der Einkommensteuererklärung Betriebsausgaben (das sind Ausgaben, die zur Erzielung Ihrer Einnahmen aus einer selbständigen Tätigkeit anfallen) geltend machen. Diese können z.B. sein Telefonkosten, Fortbildungskosten, Reisekosten etc. Hierzu beraten wir Sie gerne in einem persönlichen Gespräch. Hinweis: Steuerberatungskosten sind immer voll absetzbar!

 

Hinweis: Alle Angaben und Zahlenwerte beziehen sich auf die Arbeitnehmerveranlagung des Kalenderjahres 2018, mit Ausblick auf den Familienbonus Plus für die Veranlagung 2019. Haftung ausgeschlossen.

 

Bei weiteren Fragen kontaktieren Sie die Kanzlei SLT Siart Lipkovich + Team GmbH & Co KG für ein kostenloses Erstgespräch.

Candy Luiskandl, ÖGAST-Mitglied und selbst PKU-erfahrene Mutter ist langjährige Mitarbeiterin dieser Kanzlei und steht Ihnen professionell zur Seite.

Seminar Unterhaltsbemessung 08.05.2019

PRAXIS DER
UNTERHALTSBEMESSUNG

Unterhaltsgutachten auf dem Prüfstand

Mittwoch, 8. Mai 2019, 13:00 bis 17:00 Uhr, Wien

 

AUS DEM INHALT

 

REFERENTEN

Univ.-Prof. Dr. Matthias Neumayr, Vizepräsident des OGH

WP/StB Prof. Mag. Rudolf Siart, SLT Siart Lipkovich + Team GmbH &
Co KG, Prof. Siart Gutachten GmbH

 

Ausführliches Programm und Anmeldung

 

Online-Anmeldung auf der Website des Linde-Verlags.

 

Steuertipps zum Jahresende 2018

…wie Sie Ihre Steuerlast jetzt noch drücken können.

Alle Jahre wieder empfiehlt sich zum Jahresende ein Steuercheck. Egal ob Unternehmer oder Dienstnehmer, die in diesem Beitrag vorgestellten einfachen Handgriffe zur Optimierung Ihrer Steuerlast haben jedenfalls eines gemein: Sie müssen noch bis zum 31. Dezember durchgeführt werden. Denn bekanntlich ist es am „32. Dezember“ zu spät. Wir präsentieren hierzu mögliche Ansatzpunkte für den KMU-Bereich ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Als Einnahmen-Ausgaben-Rechner können Sie dies durch Vorziehen von Betriebsausgaben des Folgejahres in das laufende Jahr oder Bezahlung dieser erst im Folgejahr beeinflussen.

Als Bilanzierer dürfen Sie Forderungen (inkl. Gewinnanteil) erst bei ihrem tatsächlichen Entstehen – wenn der Vertrag durch Erbringen der eigenen Leistung/Lieferung erfüllt ist – buchen. Ist ein Auftrag zum 31.12.2018 noch nicht fertig gestellt (Lieferung noch nicht erfolgt) und eine (Teil-) Abrechnung nicht möglich (vertraglich nicht vorgesehen, es besteht kein Anspruch), dann unterbleibt die Gewinnrealisierung zu diesem Stichtag. Das heißt, dass in diesem Ausmaß der Gesamtgewinn verringert wird.

Unabhängig von Ihrer Gewinnermittlungsart steht Ihnen bei Gewinnen über € 30.000 zusätzlich zum Grundfreibetrag (= max € 3.900) der investitionsbedingte Gewinnfreibetrag (GFB) von bis zu 13% zu. Als Investitionen gelten hierbei ungebrauchte, abnutzbare körperliche Wirtschaftsgüter (zB Maschinen, Betriebs- und Geschäftsausstattung) sowie bestimmte Wertpapiere welche für mindestens vier Jahre im Betriebsvermögen gehalten werden müssen. Wertpapiere haben den Vorteil, dass sie sich nicht „abnutzen“ und sohin deren Anschaffung zu einer echten Steuerersparnis führt.

SLT Tipp: Sinnlose Investitionen – also solche, die sich nicht rechnen – sollten nie getätigt werden. Denn auch im besten Fall zahlt der Staat durch die Steuerersparnis nur 50% mit. Wenn die Investition aber betriebswirtschaftlich nützt, nehmen Sie sie bis zum 31.12.2018 in Betrieb, damit Sie auch noch die Halbjahresabschreibung geltend machen können.

 

 

 

 

 

 

 

Seminar Zahlungsunfähigkeit 7.11.2018

ZAHLUNGSUNFÄHIGKEIT
IN DER PRAXIS DER ZIVIL- & STRAFGERICHTE

Aus der Sicht des Richters, Anwalts und Sachverständigen.

Mittwoch, 7. November 2018, 13:00 bis 18:00 Uhr, Wien

 

AUS DEM INHALT

 

REFERENTEN

RA Dr. Matthias Preuschl, PHH Rechtsanwälte

WP/StB Prof. Mag. Rudolf Siart, SLT Siart Lipkovich + Team Treuhand

Dipl.-HLFL-Ing. MMMag. Michael Tolstiuk, LL.M., MBA , Richter am Landesgericht für Strafsachen Wien

 

Ausführliches Programm und Anmeldung

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